Monday, April 06, 2009

Warum ich kein Intellektuelle bin


Es gab eine Zeit, als ich Intellektuelle noch mochte. Diese Zeit endete schnell, als ich nach Europa kam und welche kennenlernte.

Es dauerte eine Weile, bis ich ihre Sprache verstand,doch als ich endlich dahinter kam, was sie sagten, war ich enttaeuscht: Da war nicht viel. Ihre Themen waren kleinlich, gruppenspeziell und insgesamt irrelevant; ihre Meinungen waren klischee - es gibt heute kaum eine Meinung, die ich nicht schon in den 80ern hoerte, und auch damals waren sie nicht neu. Ich fand sie formverliebt und inhaltsleer, gesellschaftlich anbiedernd und erfindungsarm, und noch was:

Es waren die gleichen Intellektuellen, die in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts die beiden Zwillingskatastrophen Faschismus und Kommunismus foerderten - zum Teil durch aktive Hilfe, zum Teil durch Nichtstun, immer durch eine Parteilichkeit, die von Trends bestimmt war und nicht vom unabhängigem Nachdenken und Hinterfragen.

Ich sage das alles, weil es diese Woche ein schoener Essay in der NYT erschienen ist ueber C.P. Snow und seine alte Theorie von der Spaltung der "zwei Kulturen" - Wissenschaft und Literatur (Artikel hier). Man kann auch sagen, zwischen Wissenschaft und Kultur insgesamt. Und er hatte recht. Während Wissenschaft relevant und modern bleibt und fuer unsere Gesellschaft lebenswichtig, bleibt die Kultur heute genauso, wie sie im 18. Jahrhundert war, als sie erfunden wurde: ein Statussymbol fuer die gebildeten Schichten. Das gilt für Kunst, die nur Reiche kaufen und Museen kaufen (und verstehen) und das gilt für Literatr, die keine Relevanz zum Leben hat und nichts Neues sagt, aber das in einer schönen Sprache (die nur den gebildeten und reichen Schichten zugaenglich ist).

Vor einigen Monaten ist Michael Crichton gestorben, und ich habe mich sehr ueber den eingebildeten Nachruf von Charles McGrath in der NYT geargert: Dort wurde immer wieder hervorgehoben, dass Crichton nicht gerade ein Literat war. Das wussten wir ale schon, aber was nicht gesagt wurde, ist seine Verdienste:

Er hatte den Mut und das harterworbene Wissen, einem normalen Publikum wissenschaftliche und politische Neuentwicklungen beizubringen, an die sich sonst kein Literat sich traute. Während die grossen Schöngeistigen Autoren sich immer noch mit ihrer Kindheit in "dysfunctional families" beschaeftigten und sich über den Zerfall der Werte (des 18. Jahrhunderts) aufregten, kam einer daher, erforschte die wirkliche Welt, und brachte sie uns bei.

Das ist Literatur wie sie heute sein soll: Relevant, modern und zugänglich. Alles andere ist eingebildet, faul und feige.

1 comment:

Anonymous said...

sehr intiresno, danke