Thursday, September 29, 2011

Das echte Amerika

Amerika ist nicht Hollywood - nicht bei weitem. Während Hollywood eine Art Fantasieland Amerika ist, leben die echten Amerikaner irgendwo anders - zum Beispiel in Oklahoma.

Irgendein Klugscheißer - allerdings ein sehr witziger Klugscheisser - hat Hollywood-Gesichter auf den Körpern von echten Amerikanern aus Oklahoma gephotoshoppt, um zu zeigen, wie Hollywoodstars und andere Promis ("celebrities") aussehen würden, wenn sie echte Amerikaner wären.

Hier eine Auswahl:

Tom Cruise:
 Sharon Stone:
 Sarah Jessica Parker:
 Pamela Anderson:
 John Travolta:
 Johnny Depp:
 Jennifer Aniston:
 Die Beckhams:

Alle Bilder hier.

Tuesday, September 27, 2011

Kann Satire rassistisch sein?


Bizarre Aktion einer Gruppe junger Republikaner auf dem Campus von Berkeley in Kalifornien:
Sie gaben eine geplante „Bake Sale“ bekannt - den Verkauf von Kuchen, Cupcakes und anderen selbst gebackenen Leckereien – auf dem Campus, wobei sich die Preise der Süßigkeiten je nach Rasse des Käufers sich variieren würden:

$ 2 für Weisse
$ 1,50 für Asiaten
$ 1 für Latinos
$ 0,75 für Schwarze
$ 0,25 für Indianer
und ein $ 0,25 Rabatt für Frauen.

Es war Satire natürlich und als solche ist sie gelungen: Alle sind empört, alle reden darüber. (Hier die Story in der New York Times.) Es ist so sehr gelungen, dass diejenigen, die es veranstaltet haben, jetzt Angst haben und sich auch teilweise schämen. Dennoch wird die geplant Aktion scheinbar veranstaltet.

Es geht um „Affirmative Action“. Das ist eine Ansammlung von Gesetzen, die seit den 70ern dazu da sind, Minderheiten eine Chance zu geben, die sonst nur Weisse haben. Speziell wird in Kalifornien darüber diskutiert, ob die Zulassungspolitik an Universitäten geändert werden sollen, damit Minderheiten mit weniger gute Notendurchschnitt angenommen werden, nur damit es mehr Minderheiten auf dem Campus gibt.

Darum ging es in der Protestaktion der jungen Konservativen auf dem äußerst Minderheitenfreundlich, sehr linken Campus von Berkley.

Auf einer Weise haben sie auch Recht damit: Das ist schon eine Art der Diskriminierung („reverse discrimination“), weil Weisse, die sich angestrengt haben und gute Noten haben, benachteiligt werden zugunsten von Minderheiten, die weniger geleistet haben, nur aufgrund ihrer Hautfarbe. Das stinkt vielen weissen Konservativen.

Das ist aber Theorie. In Praxis geht „affirmative action“ nicht darum, Diskriminierung zu bekämpfen, sondern darum, Armut zu mindern:

Armut wird zu einem erheblichen Teil mit Rasse verbunden, und mit Bildung. Minderheiten kommen oft in eine Spirale, dass sie arm geboren werden und daher in die schlechten Schulen kommen und daher weniger gebildet werden und daher arm bleiben. „Affirmative action“ ist sicher eine Art „reverse discrimination“, man nimmt dies aber in Kauf, um Armut zu bekämpfen.

Nun die quälende Frage: Was hat Vorrang? Das theoretische Prinzip, „Diskriminierung jeder Art ist unmoralisch“, oder die praktische Überlegung, „Wie bekämpfe ich Armut?“

Meine Frage als Satiriker ist: Kann man die Leute für ihre satirische Fähigkeiten bewundern auch wenn man nicht mit ihrer Politik übereinstimmt?   

Sunday, September 25, 2011

Ist Reality-TV subversiv?


Ich muss gestehen, ich mag Reality-TV. 

Ich finde zum Beispiel Dieter Bohlen viel ehrlicher als Thomas Gottschalk.

Beide zeigen Freaks, doch während Bohlen zugibt, dass er Entertainment macht und sich auch nicht dafür entschuldigt, läuft „Wetten dass...?“ in einem Staatssender mit Kulturauftrag. Dazu kommt, dass „Wetten dass...?“ eine Werbeveranstaltung ist: die eingeladenen Promis machen ja Werbung für ihre neuesten Produkte, und die ZDF stellt sich da gern zu Verfügung. Bohlens' Shows sind da weniger verlogen.

Nun wurde eine sehr beleibte Casting-Show unter Protest in China abgesetzt, und man vermutet, dass es vor allem um eins geht: Die Zuschauer mussten in der Show wählen. Sie mussten genauso wie in DSDS ihre Stimme abgeben und ihren Lieblingsstar wählen. Das war der chinesischen Obrigkeit wohl zu viel Demokratie – man konnte sich ja daran gewöhnen.

Hier die Story in The Economist.

Das gefiel mir – oft kommt Änderung durch platte, unscheinbare Dinge und ich kann mit gut vorstellen, dass Reality-TV mehr Einfluss auf uns allen hat, als man vermutet.

Noch ein Beispiel: Man misst ja immer wieder die IQ der Menschen überall auf der Welt und Jahr fuer Jahr steigert sich das IQ und fast allen Ländern der Welt. Es hat etwas mit dem Fernsehen und mit den Medien zu tun: Man lernt da anders denken, die Dinge, die man sieht, anders kategorisieren, anders einschätzen, man sieht viel mehr Möglichkeiten als wenn man nur den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten würde.

Ich sprach mal mit einem Wissenschaftler darüber und er sagte, man hätte das auch in armen Gegenden in Brasilien gemacht, wo man wenig Schule hat, aber verrückt nach diesen dummen Telenovellas ist. Erstaunlicherweise hat man festgestellt, dass die allgemeine IQ nach Einführung der Telenovellas gestiegen ist.

Auch in Deutschland hat sich seit Einführung der Reality-TV einiges geändert. Ich weiss noch, wie ich in den 80igern zum ersten Mal eine „asoziale“ Familie kennen lernte. Ich hatte gedacht, sowas gibt es nicht in Deutschland. Dann kam Privatfernsehen mit Tutti Frutti und dann bald darauf die Nachmittags-Talkshows mit den ganzen ledigen Muettern die den Vater ihrer Kinder suchen, usw., und ich dachte: „Ah, deswegen hatte ich den Eindruck, sowas gibt es in Deutschland nicht: Das Staatsfernsehen hat sie vom Publikum ferngehalten.“

Erst mit Reality-TV hat man gesehen, dass auch Deutschland eine starke „Unterschicht“ hat. Das ist ein grosser Dienst an die Deutschen und hat Deutschland auch geändert.

Thursday, September 22, 2011

Jedes Land bekommt die Politiker, die es verdient

Gerade habe ich eine interessante Studie über das Verhalten des amerikanischen Wählers gesehen:

Einerseits werden Politiker der Demokraten, in deren Amtszeit staatliche Ausgaben sowie Steuer erhöht werden, oft wieder gewählt;

andererseits werden Politiker der Republikaner, in deren Amtszeit das gleiche passiert, nicht wieder gewählt werden.

Es scheint also, dass amerikanischen Wähler ganz klare Vorstellungen davon haben, wie die Politiker der jeweiligen Partei jeweils handeln sollen. Wenn das stimmt, dann kann man den Republikanern die Schuld für die gegenwärtige Misere in Washington nicht geben – sie tun nur das, was die Wähler erwarten.

Tuesday, September 20, 2011

Ein uralter Ritual


Ein Amerikaner kennt das – das uralte Ritual des “weak president/strong president”.

So funktioniert es:

Ein Kandidat erklärt im Wahlkampf seinen Wählern, das Problem mit Washington sei, dass jede Partei nur auf die eigene Vorteile schielt und nicht zusammen für das gemeinsame Wohl arbeitet. Washington muss seine Polarisierung überwinden, die verschiedenen Faktionen sollen ihre Arme zu einander ausstrecken – über den Gang hinweg, den sie trennt: “accross the aisle.”

Meist ist das ein Demokrat, der das sagt, aber nicht immer. Obama hat es gesagt, auch Reagan. Beide haben es auch erstaunlicherweise ernstgenommen (Bush hat es zum Beispiel nie ernst genommen).

Dann kommt das rüde Erwachen: Keiner hat die leistete Absicht, “über den Gang” hinweg zusammenzuarbeiten. Es sind ja Politiker, ja, was glauben Sie denn? Das ist mit Obama passiert (aber nicht mit Reagan – er konnte wunderlicherweise gut mit den Demokraten umgehen; er war ein Ausnahmetalent).

Man hat anfangs von Obama geglaubt, er könne die beiden Seiten zusammenbringen, Kompromisse erreichen,Gemeinsamkeiten hervorkehren. Er wohl auch. Das ist ihm nicht gelungen.

Dann kommt die nächste Phase: Die Wähler entscheiden sich, das wahre Problem mit Washington sei nicht, dass die beiden Seiten nicht zusammenarbeiten können, sondern, dass der Präsident schwach sei.

Die Amerikaner haben kaum keine grössere Angst als vor einem schwachen Präsidenten. Seit unserer Auseinandersetzung mit England 1776 hängt einen Menge unserer Erwartungen an einem Präsidenten mit “Stärke” zusammen – er soll stark genug war, seinen Feinden den Stirn zu bieten. “A weak president” - stellen Sie sich vor, Jürgen Fliege statt Sylvester Stallone in der Rolle von Rambo.

Das ist mit Carter passiert. Zum Beweis, dass er nicht schwach war, schickte er eine Rettungsteam per Helikopter nach Iran, um die Geiseln mit Gewalt zu befreien. Die Hubschrauber stürzten ab. Aus war mit Carter.

Jetzt versucht Obama, den harten Mann zu markieren. Er hat damit gedroht, wenn Kongress einen höheren Steuersatz für Reiche genehmigt, wird er bei jedem anderen Kompromiss ein Veto einlegen.

Es wird Zeit. Vielleicht aber auch zu spät. Ihm hängt schon das Aura des Jürgen Fliege an. Und die Republikaner sind wie Hyänen – sie riechen den verwundeten Antilopen.

Und sie haben eine Menge Ausdauer.

Thursday, September 15, 2011

Celebrating Nuts

Jedes Jahr feiert das Guinness Buch der Weltrekorde Menschen, die Außergewöhnliches leisten...  in Wahrheit ist es natürlich eine gut gelaunte Freak Show, irgendwo zwischen X-Faktor und Wetten Dass...?, aber ich mag es.

Ich mag es, weil es schön ist, ganz normale Menschen die eine Spleen haben mal ins Rampenlicht zu lassen, wo meistens nur irgendwelche aufgeblasene Wichtigtuer sind - wie unsere Politiker und diejenigen, die über sie berichten.

Hier mein persönlicher Best of:

Die längste Zunge!

Die schnellste Heiratskapelle!

Die kürzeste Katze!

Die meisten Hunde, die Seilspringen!

Die groesste Schokoriegel

Die meisten Kühe!


Und zuletzt auch eine Deutsche: Die meisten Plüschpinguine!

Sarah Palin ... klug, links und auch noch hübsch!


Wer hätte das gedacht? Sarah Palin nicht nur doch intelligent, sondern ... links?

In Amerika wie auch in Europa ist es natürlich Brauch, Sarah Palin als dumm zu verschreien und, wenn man in den Zeitungen über die berichtet, entweder von ihren dummen Fehlern oder von ihrer extrem rechten (also auch dummen) Ideologie.

Also ist es mehr als ungewöhnlich, wenn jemand laut sagt, dass sie doch ein oder zwei gute Ideen hat. Es ist sogar gefährlich – für den Ruf.

Ein New York Times Kolumnist hat es gewagt: Anand Giridharadas hat sich gefragt, was Sarah Palin denn eigentlich sagt, und hat eine Rede von ihr genau angeschaut. Er war überrascht, einige nicht nur intelligente, sondern auch noch ungewöhnlich linke Ideen da zu finden.

Palin hat nicht nur die linken Demokraten durch den Kakao gezogen, sondern auch die Republikaner – ihre Kritik galt nicht nur linke Ideen, sondern „Profi-Politiker“ insgesamt. Diese stecken mit der Wirtschaft unter einer Decke, sind Sklaven der Lobbyisten und bereichern sich nur selbst, statt den kleinen Mann zu vertreten. Sie preiste den amerikanischen Kapitalismus an, aber nur den der kleinen Betrieben, die noch voller Menschen mit Ideen, Innovation und Herzblut stecken, und verteufelte die grossen Firmen, die Amerika kaputt machen und wahre Fortschritt verhindern, weil das nicht in ihre Interesse ist.

All das kam auch mir bekannt vor: Das ist Kapitalismuskritik wie es die linken Kommentatoren in Deutschland pflegen. Mein Gott, Sarah Palin ist eine Linke!

Das kann man auch von der Tea Party insgesamt sagen. Es herrscht vor allem in Deutschland aber auch in Amerika einige Irrtümer über die Tea Party, vor allem, dass sie extrem rechts steht. Das stimmt nicht ganz – die ist extrem liberal im ursprünglichen Sinne: 

Sie misstraut der Regierung und will Washington reformieren. 

Sie schafft es natürlich nicht, und Sarah Palin (die auf dieser Weise ihre Unerfahrenheit zum Vorteil machen will, wie sehr viele Politiker – auch Obama – es vor ihr getan haben) erst recht nicht, aber das ist eine ur-amerikanische Einstellung und gar nicht falsch. 

Naja, es ist schon möglich, Washington zu reformieren - in Hollywood-Filmen wie "Dave".

Sunday, September 11, 2011

Saturday, September 10, 2011

Ziegenhoden für das Volk!


Einer der größten Quacksalber in der langen und ehrwürdigen Geschichte amerikanischer Betrüger war John R. Brinkley (1885 - 1942).

Nachdem er sein Medizinstudium nicht zu Ende machten durfte, dachte er sich: "Jetzt komme ich erst jetzt ganz gross raus". Er verband wilde, bizarre anti-medizinische Behauptungen mit einer perfekten PR-Kampagne: Er hatte seinen eigene Radioshow, in der er medizinischen Rat verteilte, den er in dem Moment erfand, als leidende Menschen anriefen. Dies expandierte er auch noch, bis er eine eigenen Sender hatte und so beliebt wurde, dass er für das Amt des Gouverneurs kandidieren konnte - er hat zwar nicht gewonnen, aber es war knapp.

Medizinisch war sein Größter Coup die Heilung von impotenten Männern, von denen es scheinbar eine Menge in Kansas gab. Seine bahnbrechende Methode? Er nähte Ziegenbockhoden in den Hodensack des Mannes ein, der ab sofort selbst wahrhaftig zum geilen Bock wurde.

 Medizinisch war der Eingriff gar nicht so gefährlich - er legte die Ziegenhoden einfach rein und nähte den Sack wieder zu, woraufhin der Körper den Fremdkörper einfach absorbierte und sonst weiter wie normal. Seine Patienten sind nicht deswegen gestorben, sondern weil er über die Kunst der OP nichts wusste und hin und wieder gravierende Kunstfehler machte.

Trotz einigen Klagen konnte er deswegen weiter machen, weil die Frau einer seiner ersten Patienten unerwarteterweise schwanger wurde und dies der ganzen Welt mitteilte. Ab dann war es den leidenden Männern von Kansas egal, wie unsinnig und gefährlich der Eingriff war, sie strömten zum OP-Saal hin.

Sein Fall kam nicht durch die Polizei oder durch die Gesundheitsbehörden, sondern, weil er einen Journalisten wegen Verleumdung anklagte. Der Journalist hatte behauptet, Brinkley sei ein Betrüger. In Amerika darf man das und es ist keine Verleumdung, es sei denn, es stimmt nicht, was man sagt.

Konnte der Journalist vor Gericht beweisen, dass Brinkley tatsächlich ein Quack war, war es keine Verleumdung vor den Gesetz. So gesehen war es für Brinkley schon gewagt, gegen den Journalisten vor Gericht zu ziehen.

Er hätte es lieber sein lassen. Denn das Gericht sah es dann doch als erwiesen an, dass der Journalist recht hatte. Das zog eine ganze Reihe von Anklagen gegen Brinkley hinter sich und innerhalb weniger Jahren war der reiche, berühmte und beliebte Hochstapler finanziell ruiniert.

Trotzdem: Ziegenbockhoden in Hunderte, vielleicht Tausenden Männern aus Kansas eingenäht zu haben, das ist auch eine Leistung, auf die man stolz sein kann.

Die Todesstrafe als Klassenkampf?


Spiegel-Online hat einen wie üblich schockierenden Bericht über Präsidentschaftskandidat Rick Perry veröffentlicht, der eine Anekdote wiedergibt: Perry sei in einem live-Interview gefragt worden, warum er denn auf die Todesstrafe stehe. Seine Antwort: „Weil Amerikaner wissen, was Gerechtigkeit ist.“ Im Saal wurde gejubelt.

 Die meisten Deutschen würden darauf nur sagen: Das sind alles Barbaren, die Amis. Und viele Amis würden es auch sagen. (Es stimmt übrigens auch, dass ist ab er ein anderes Thema).

Genau dieses Thema – Todesstrafe – recherchiere ich gerade für das neue Buch und immer mehr glaube ich, dass wir alle – Deutsche sowie Amis – etwas grundsätzlich falsch verstanden haben. Es geht bei der Frage „Todesstrafe oder kein Todesstrafe“ nicht nur um Moral – ob es richtig oder falsch ist – sondern um eine Art Klassenkampf ... auf amerikanisch.

 Ich muss zwar die Statistiken noch einmal angucken, aber im Moment sieht es so aus, dass die meisten Menschen, die den Todesstrafe befürworten, zu den unteren Schichten – relativ wenig Verdienst, und wenig Uni-Bildung. Zufällig ist das auch der Schicht von Menschen, wo die meisten Morde und andere Gewalttaten passieren. Mit anderen Worten, es sind die gebildeten, gut verdienenden Mittel- und oberen Klassen, die den unteren Klassen sagen, was richtig und falsch ist, und wie man mit Mördern in ihren eigenen Reihen umgehen soll.

(Deswegen sind die Linken immer gegen die Todesstrafe, und die Rechten dafür – linke Wähler gehören eher zu den gebildeten Schichten, rechte Wähler eher zu den unteren Schichten.)

 Jedes mal, dass ein Demokrat etwas gegen die Todesstrafe sagt, hat ein Automechaniker in Texas oder ein Busfahrer in Kentucky sofort das Gefühl, dass irgendein Arschloch ihm wieder mal bevormunden will. Und er hat ja damit recht.

Wenn jemand jemals wirklich etwas gegen die Todesstrafe in Amerika tun will, muss er eine Weg finden, es aus den unteren Schichten heraus zu tun, und nicht von oben herab. Das ist zum Scheitern verdammt.

Friday, September 09, 2011

Religion und 9/11

Das Feier zum 10-jährigen Gedenktag von 9/11 in New York steht fest und von den ganzen Leuten die auftreten und was sagen werden, fehlen welche: Die Prediger. Vor allem die Baptisten und Christian Konservatives sind empört, dass keine religiöse Führer eingeladen wurden. Keiner weiss wirklich, warum das so ist - die Entscheidung kommt von Bloomberg selbst. Mindestens offiziell weiss keiner.

In Wahrheit ist es klar: Wenn man christliche Prediger einlädt, muss man auch Führer anderer religiösen Gemeinschaften einladen - einschliesslich Muslimen. Ein Imam, der in Ground Zero 10 Jahre nach 9/11 betet? Das möchte ich sehen.

Story in New York Times here.

Thursday, September 08, 2011

RepublicanWatch: Wer ist besser für Deutschland?


Im Moment sieht es auf der Republican-Seite so aus, dass der nächste Präsidentschaftskandidat entweder Gouverneur Rick Perry aus Texas (der Nachfolger dort von George W. Bush) oder ehemalige Gouverneur Mitt Romney aus Massachusetts sein wird. Das wird sich bis Februar sicher ändern.

Allerdings darf man schon jetzt die Frage stellen: Wenn der nächste Präsident ein Republican sein wird, wer ist besser aus deutscher Sicht: Romney oder Perry? Beide sind Konservativen – Perry steht der Tea Party nahe, auch wenn er nicht direkt drin steckt, und Romney ist Mormone. Beide haben auf gute Haare und einen starken Kinn.

 Trotzdem muss man aus deutscher Sicht Romney bevorzugen.
Zwar ist er ein self-made Millionär, was ihn für Deutsche suspekt macht (im Amerika aber heisst das, er kenne sich in der Wirtschaft aus und genau so jemanden brauchen wir), aber als Gouverneur von Massachusetts hat er schon vor Obama ein Gesundheitsreform mehr oder weniger nach deutschem Vorbild dort eingeführt. Das wird ihm einige Stimmen aus republikanischen Lage kosten, es macht ihn aber für die Linken in America sympathisch.

 Kann gut sein, dass Romney der erste mormonische Präsidentschaftskandidat wird.

Monday, September 05, 2011

Der Grund, warum viele Amerikaner die Todesstrafe doch ganz gut finden


Mississippi ist immer noch Mississippi - dieses Video wurde August von CNN gedreht über eine Gruppe von Teens in Jackson, Mississippi, die fünf Uhr morgens eine Schwarzen anfielen und töteten. Inzwischen scheint es klar, dass sie es getan haben und zwar als "hate crime" also aus Rassismus, und werden dementsprechend angeklagt.

Hier mehr in New York Times.

The Black Widow schlägt wieder zu!


Fuer diejenigen, die skurrile Wettbewerbe lieben, ist Sonya Thomas ein Phänomen: die koreanisch-Amerikanerin ist Amerikas Nummer 5 Esswettbewerbsiegerin - immer wieder schlägt die kleine Dame gestandenen Männer in Sachen schnell/viel Essen. Nun hat sie es geschafft, in Buffalo 183 Chicen Wings in nur 12 Minuten zu vertilgen. Davor hat sie es geschafft, in diversen Wettbewerben mehr Hotdogs, mehr "bratwursts", mehr Truthahn, mehr Waffeln und mehr Früchtebrote als die männlichen Champions zu verschlingen. (Man nennt sie "schwarze Witwe", weil sie die Männer - Wettbewerbsessen ist traditionell Männersport - Regelmäßig schlägt.)

Man würde vermuten, dass ein Mensch, der so schnell so viel essen kann, fett ist, stimmt aber nicht: Ihr kleiner Wuchs (sie wiegt gerade 45 Kilo) ist ein Vorteil, denn ihr Bauch kann leichter expandieren, weil der Schicht Fett fehlt, der den Bauch in anderen Menschen am Expandieren hindert.

So ein Wettbewerb ist schon merkwürdig, aber nicht unbedingt ungesund: Um zu gewinnen, hält sich Sonya Thomas fit. Ausser in den Wettbewerben isst sie kein Junkfood; sie steht fünf Tage die Woche jeweils 2 Stunden auf der Tretmühle und isst vorwiegend Gemüse - sehr viel davon, um ihren Bauch schön flexible zu halten.

Sunday, September 04, 2011

Obamawatch: Wie stehen die Aktien?


Das Feld der republikanischen Kandidaten wird immer klarer. Für die meisten Beobachter geht es im Moment um

- Rick Perry (Gouverneur aus Texas),

- Mitt Romney (ehemaliger Gouverneur aus Massachusetts) und

- Michele Bachmann (Tea Party-Mitglied und Kongressmitglied aus Minnesota).

Dass es unter diesen Dreiern ernst wird sieht man daran, dass sie aufgehört haben, auf Obama einzuhauen und angefangen haben, aufeinander einzudreschen: Warum der jeweils andere niemals in der Lage wäre, die Wahl zu gewinnen, etc.

Dies hört sich schlimm an, ist aber richtig: Denn bis Februar müssen die Republikaner entscheiden, welcher der Kandidaten sie endgültig ins Rennen schicken. Sie wählen natürlich den aus, bei dem sie vermuten, er oder sie hätte die besten Chancen gegen Obama. Das wird Spass machen, denn in den nächsten Monaten werden wir alles zu hören bekommen, was diese Kandidaten jemals im Leben falsch gemacht haben. Ich freue mich rauf.

Allerdings ist Obama im Moment sein schlimmster Feind. Letzte Woche hat er es fertig gebracht, eine wichtige Umweltinitiative zu stoppen und die Umweltpolitik von George W. Bush zu bestätigen, obwohl er eigentlich versprochen hatte, dies rückgängig zu machen. Vielen Anhänger sind enttäuscht, und immer mehr sieht er ganz einfach nach einem gutaussehenden aber wirkungslosen Präsidenten aus.

Saturday, September 03, 2011

Realität ahmt wieder mal Kunst nach

Wer die geniale Serie "Breaking Bad" nicht kennt, sollte es kennen lernen. Handelt von einem Loser-Chemielehrer, der anfängt, Meth zu kochen und zu verkaufen.

Nun kommt es heraus, dass es das auch tatsächlich gibt - ein real-life-Breaking Bad: Ein Professor in California wird jetzt gesucht, der Meth verkauft und auch noch einer illegalen Motorradgang bevorsteht. Nur in Amerika!

Hier der Artikel in New York times.

Hier Breaking Bad auf YouTube: