Tuesday, September 27, 2011

Kann Satire rassistisch sein?


Bizarre Aktion einer Gruppe junger Republikaner auf dem Campus von Berkeley in Kalifornien:
Sie gaben eine geplante „Bake Sale“ bekannt - den Verkauf von Kuchen, Cupcakes und anderen selbst gebackenen Leckereien – auf dem Campus, wobei sich die Preise der Süßigkeiten je nach Rasse des Käufers sich variieren würden:

$ 2 für Weisse
$ 1,50 für Asiaten
$ 1 für Latinos
$ 0,75 für Schwarze
$ 0,25 für Indianer
und ein $ 0,25 Rabatt für Frauen.

Es war Satire natürlich und als solche ist sie gelungen: Alle sind empört, alle reden darüber. (Hier die Story in der New York Times.) Es ist so sehr gelungen, dass diejenigen, die es veranstaltet haben, jetzt Angst haben und sich auch teilweise schämen. Dennoch wird die geplant Aktion scheinbar veranstaltet.

Es geht um „Affirmative Action“. Das ist eine Ansammlung von Gesetzen, die seit den 70ern dazu da sind, Minderheiten eine Chance zu geben, die sonst nur Weisse haben. Speziell wird in Kalifornien darüber diskutiert, ob die Zulassungspolitik an Universitäten geändert werden sollen, damit Minderheiten mit weniger gute Notendurchschnitt angenommen werden, nur damit es mehr Minderheiten auf dem Campus gibt.

Darum ging es in der Protestaktion der jungen Konservativen auf dem äußerst Minderheitenfreundlich, sehr linken Campus von Berkley.

Auf einer Weise haben sie auch Recht damit: Das ist schon eine Art der Diskriminierung („reverse discrimination“), weil Weisse, die sich angestrengt haben und gute Noten haben, benachteiligt werden zugunsten von Minderheiten, die weniger geleistet haben, nur aufgrund ihrer Hautfarbe. Das stinkt vielen weissen Konservativen.

Das ist aber Theorie. In Praxis geht „affirmative action“ nicht darum, Diskriminierung zu bekämpfen, sondern darum, Armut zu mindern:

Armut wird zu einem erheblichen Teil mit Rasse verbunden, und mit Bildung. Minderheiten kommen oft in eine Spirale, dass sie arm geboren werden und daher in die schlechten Schulen kommen und daher weniger gebildet werden und daher arm bleiben. „Affirmative action“ ist sicher eine Art „reverse discrimination“, man nimmt dies aber in Kauf, um Armut zu bekämpfen.

Nun die quälende Frage: Was hat Vorrang? Das theoretische Prinzip, „Diskriminierung jeder Art ist unmoralisch“, oder die praktische Überlegung, „Wie bekämpfe ich Armut?“

Meine Frage als Satiriker ist: Kann man die Leute für ihre satirische Fähigkeiten bewundern auch wenn man nicht mit ihrer Politik übereinstimmt?   

2 comments:

Anonymous said...

Satire darf alles. Sie ist das demokratischte Element, das es gibt. Sie bringt Alles "auf den Punkt". Ich kann auch über einen
CDU-FDP Satiriker lachen.

morri said...

hm man sollte egal welcher ethnie man zugehoert haertefaelle vergeben. Aber da das ja von den Steuern abgaenge faenden das die Leute sicherlich nicht so toll :P
Von affirmative action halte ich nicht soviel...(sowie wie die Black empowerment acts in SA, ...)
PS: was bezahlt ein schwarzer latino :P?