Wednesday, August 08, 2012

Warum ich Deutschland liebe

Lieber Leser,

tun Sie mir mal einen Gefallen? Sollten wir uns jemals begegnen und Sie fragen mich, wo ich herkomme, und ich sage, aus Hawaii natürlich, woher sonst, stellen Sie mir nicht diese eine Frage, die Ihnen auf der Zunge brennt: „Wie kann einer aus Hawaii nach Deutschland kommen?“

Als ich damals diese Entscheidung traf, dachte ich nie, ich würde mich in Deutschland dafür rechtfertigen müssen. Naiv wie ich war, stellte ich mir vor, die Deutschen hätten ein gesundes Selbstbewusstsein und würden es für selbstverständlich halten, dass jeder aus Hawaii nur so danach lechzt, in Deutschland leben zu dürfen. Doch seit fast 30 Jahren bekomme ich nun diese Frage zu hören und seit fast 30 Jahren suche ich eine geeignete Antwort.

Statt einer Antwort stelle ich Ihnen hier zwei Tage aus meinem Leben vor ...

Mehr in CultUrMag.

3 comments:

Anonymous said...

Nice work, regards

Anonymous said...

Meine Schwester hat einen amerikanischen (Ex-)Soldaten geheiratet und lebte ein paar Jahre in Pennsylvania. Ich schenkte ihr dann einen Reiseführer in dem Charleston als die "schönste Stadt der USA" beschrieben wurde. Meine Schwester und mein Schwager machten dort Urlaub und beschlossen hinzuziehen. Ein möglicherweise weiterer Grund war die Schwiegermutter meiner Schwester. Eine sehr patriotische Person die Deutschland für ein (ich zitiere) "sozialistisches Land" hält. Meinen stolzen Hinweis dass es in Deutschland 30 Tage bezahlten Urlaub im Jahr gibt, konterte sie mit den Worten: "Natürlich sind die Menschen in einem sozialistischen Land faul!". Da fühlt man sich schon fast wie ein Grieche...!
South Carolina bietet also womöglich die größtmögliche Distanz zum "Schwiegermonster".
Jedenfalls war ich mal in Charleston unterwegs und stieß dort auf ein einigermaßen interessantes Gebilde. Ich wusste nicht was es war und lief drum herum. Auf einem Schild konnte man lesen: "Holocaust-Memorial". Das fand ich wirklich lustig. Die Südstaatler müssen sich dabei gedacht haben: "Unsere Vorfahren haben Scheiße gebaut, aber andere Völker haben noch größere Scheiße gebaut!". Wer käme auf die Idee in Berlin ein "Anti-Slavery-Memorial" hinzustellen?
In Deutschland nervt mich der verklemmte Nationalismus und die Probleme mit "Schwarz-Rot-Gold" (immerhin die Farben von 1848), in den USA nervt mich der naive (möglicherweise überbetont) unschuldige Umgang mit Nation. Ich finde es nervig in den USA an jedem zweiten Auto einen Sticker zu finden mit "Proud to support our troops", "America, the beautiful" oder "Land of the free, home of the braves". Da sehne ich mich immer zurück nach den deutschen Debatten darüber wie viel Nationalismus "gesund" ist und ab wann es (salopp formuliert) nur noch nervt.
Das sind meine Erfahrungen in zwei unterschiedlichen Ländern: Deutschland und den USA.

Anonymous said...

Good morning Keep up with The outstanding posts.Thanks