Deutschland braucht mehr Patriotismus

Zuweilen gleicht unser Patriotismus religiösem Fanatismus: Unsere Veranstaltungen sind so emotionsgeladen wie (gute) Gottesdienste, wir glauben an die Verfassung wie an die Bibel, und die Amtseinführung des Präsidenten steht der des Papstes in nichts nach.

All das brachte den Soziologen Robert Bellah 1967 dazu, die amerikanische Demokratie als eine "Zivilreligion" zu beschreiben. Er meinte, die Amerikaner hätten ihre tief verwurzelte Religiosität einfach auf ihr Land übertragen: Wir glauben tatsächlich an unsere Nation.

Es gibt einen Grund dafür. ...

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Comments

Anonymous said…
Nationalismus oder Nationalstolz kann aber auch missbraucht werden.
Nationalstolz als Opium des Volkes.
Philip Roth erwähnt das zum Bsp. in seinem Buch "Mein Mann der Kommunist".
Die Deutschen haben damit bekanntlich Erfahrungen gemacht. Ich glaube auch nicht, dass Deutschland das "unpatriotischste Land der Welt" ist.
Dafür ist Deutschland zu erfolgreich. Man kann Dinge negativ sehen. Man kann sie auch positiv betrachten. Vielleicht misstrauen die Deutschen ihren Politikern einfach etwas mehr als es andere Völker tun. Vielleicht sind die Amerikaner bereit auf persönlichen Wohlstand zu verzichten wenn die Nation nur wieder zu außenpolitischer "Größe" zurückfindet. Wie es die Republikaner versprechen. Vielleicht sind die Deutschen weniger unpatriotisch als vielmehr aufgeklärt patriotisch. Wir sind halt skeptisch wenn ein Heinzi fleißig "Deutschland, Deutschland!" brüllt. Das muss doch nicht schlecht sein. Ich denke auch dass es nicht typisch ist allein für uns. Allein die Euro-Krise beweist vielen europäischen Ländern dass Nationalismus allein nicht die beste aller Lösungen sein muss oder kann. Die Amerikaner sind da einfach in einer anderen Position.
Ich habe die USA mehrfach besucht. Ehrlich gesagt begegnet man in den USA auch einem aggressiven Nationalismus der sich hauptsächlich in dem Gefühl der militärischen Überlegenheit erschöpft. Ein Nationalismus der ähnlich friedfertig oder sympathisch ist wie der Nationalismus Wilhelm des Zweiten.
Natürlich sind die USA ein großartiges Land.
Aber eine liberale USA ist mir sympathischer als eine konservative oder gar rechte USA.
Anonymous said…
Abschließend wollte ich noch hinzufügen, dass es auch in den USA eine Gruppe von Menschen gibt die mit dem Slogan "We are the 99 Percent!" versucht Aufmerksamkeit zu erregen.
Dieser Satz unterscheidet sich nicht wesentlich von "Wir sind das Volk!".
Anscheinend haben also auch einige Amerikaner nicht unbedingt das Gefühl, dass "das Land" ihnen gehört.
Sie befürchten eine Dominanz des "Geldadels".
Das habe ich grade vergessen anzufügen.
Ich würde mich freuen wenn Sie es dennoch veröffentlichen würden!

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