Warum wir Amis an Hetz, Hass und Huren glauben!

Ich erinnere mich gern an das erste Mal, als ich eine Botschaft in Brand stecken wollte. Ich war damals noch jung, außerdem Mitglied der Mormonenkirche und glaubte auch fest daran. Allerdings glaubte ich auch an die Literatur, besonders an das größte amerikanische Literaturgenie aller Zeiten: Mark Twain. Bis ich seinen Reiseroman Durch Dick und Dünn entdeckte.

Darin zerpflückt er auf respektloseste Art das Buch Mormon. In Worten, die er sich niemals auf die Bibel anzuwenden trauen würde, zieht er die heiligste Schrift der Mormonen durch den Dreck, und dann tut er es gleich noch mal: "gedrucktes Chloroform" sei es; ein Wunder, dass der Autor es überhaupt zu Ende habe schreiben können, ohne einzuschlafen; reine Fantasie, ein Plagiat, "grotesk". Das Schlimmste: Die Kritik war auch noch witzig. Das saß!

Bis dahin hatte ich jedes Wort angebetet, das Mark Twain von sich gab. Jetzt verstand ich, dass dieser Mann in Wahrheit des Teufels war.


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Comments

Anonymous said…
"Jedenfalls würde ein wenig Meinungsfreiheit auch Deutschland guttun."

Dieser Satz ist ehrlich gesagt etwas missverständlich.

"Diese dezente Unterdrückung der Meinungsfreiheit hängt jedoch nicht mit politischer Unterdrückung, sondern mit einem speziell deutschen Verlangen nach Anständigkeit zusammen."

Da bin ich absolut anderer Meinung. Ich denke dass eine möglichst radikale Form der Meinungsäußerung eher dazu dient die herrschenden Verhältnisse zu zementieren. Je dämlicher sich die Unterschicht äußert desto weniger muss sich die Elite um sie kümmern. Schließlich kann jederman sehen mit was für missgebildeten Kreaturen man es da zu tun hat. Dieser Zynismus liegt mutmaßlich auch der jüngsten Romney Äußerung zugrunde.
In Deutschland mag die Meinung eher von Intellektuellen beeinflusst sein und das mag aristokratisch wirken, faktisch profitiert davon aber die Unterschicht.
In den USA ist Freiheit heute vor allem die Freiheit des Marktes. In Deutschland oder in Europa versteht man unter Freiheit aber auch dass man das System an und für sich scheiße finden darf.
In Ihrem letzten Beitrag ("Deutschland braucht mehr Patriotismus") äußerten Sie Zweifel in dieser Hinsicht. Man wolle das System vorschnell in die Tonne kloppen. Ich persönlich finde das System gut und ich will es auch nicht abschaffen. Im Zweifelsfall hat es aber auch nichts mit mangelndem Patriotismus zu tun, das System schlicht scheiße zu finden.
Das ist Meinungsfreiheit. Möglicherweise (wie man an Ihrer Reaktion sehen kann) tut diese Art von Meinungsfreiheit mehr weh als den Holocaust zu leugnen oder die First Lady eine Hure zu schimpfen!

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