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Showing posts from October, 2012

Warum Amerika keine Loser im Weissen Haus wollen

Als ich vor ein paar Wochen zufällig meinen Wahlzettel als PDF-Datei im Spam-Ordner meines E-Mail-Programms fand und öffnete, stutzte ich. Wer zum Teufel sind Gary Johnson und Jill Stein. Und was haben sie auf meinem Stimmzettel zur Präsidentenwahl zu suchen?

Ich wollte ihn gerade wieder in den Spam-Ordner schieben, als ich bemerkte, dass auch die Namen Barack Obama und Mitt Romney darauf standen. Das machte die Sache etwas komplizierter. Ich hatte damit gerechnet, nur zwei Optionen zu haben, nun hatte ich vier.

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Sind die Demokraten die wahren Bösen und die Republikaner die wahren Guten?

Es gibt einen Grund dafür, dass ich mir die Republikaner lobe und die Demokraten kritisiere. Obwohl ich die Demokraten wähle. Dieses Paradox hat etwas damit zu tun, dass die Republikaner in der Öffentlichkeit missverstanden werden – und die Demokraten auch.

Die beiden Partien waren nicht immer so, wie sie heute sind. Im 19. Jahrhundert waren die Demokraten die Partei des Ku Klux Klan und die Republikaner diejenigen, die sich erfolgreich gegen die Sklaverei gestellt hatten (die Partei wurde von Abraham Lincoln mitbegründet).

Ich weiß auch nicht, wie sie es gedreht haben, aber heute sind die Demokraten die "Guten" und die Republikaner die "Bösen". Zumindest behaupten sie das. In Wahrheit hat diese moralische Unterscheidung mehr mit Wahlkampf zu tun als mit Politik selbst.


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Europa ist eine amerikanische Idee

Das Beobachten der Deutschen ist nicht nur ein lustiger Sport, es kann auch manchmal ganz schön spannend sein.

Zum Beispiel als verkündet wurde, dass der diesjährige Friedensnobelpreis an die Europäische Union geht. Das war eine Überraschung, meine deutsche Lebensgefährtin Astrid und ich schauten uns verdutzt an. "Drei Stunden," sagte ich. "Zwei", hielt sie dagegen.

"So schnell schaffen es die Deutschen nicht", meinte ich. "Sie müssen sich erst mal etwas einfallen lassen. Und die Worte dafür finden. Außerdem ist gleich Mittagspause. Sie brauchen mindestens drei Stunden."

"Ich glaube an die Deutschen", sagte sie. "Sie sind fleißiger und fantasievoller, als du denkst. Ärgern tun sie sich eigentlich immer, und aufschreiben können sie das auch. Ich sage: unter drei Stunden." ...

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Barbara Tuchmann, my goddess of nonfiction

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I habe den Film über den Cuban Missile Crisis "13 Days" geliebt, ich liebe ihn noch, aber nun bin ich überrascht zu erfahren, dass Kennedy und Kruschev viel vorsichtiger waren, als dort dargestellt. Es waren alle beide kluge und vorsichtige Menschen, die nicht das Risiko eines Atomkrieges eingehen wollten. Alle Achtung!

Aber des beste steht in den letzten Absätzen: Kennedy wurde zum Teil von ein Buch beeinflusst, und zwar von einer meiner Lieblingsautorinnen fur Sachbücher, Barbara Tuchmann. Ich verehre sie so sehr, wenn ich sie lese, dass ich eine fast sexuelle Anziehungskraft verspüre.

Deshalb schriebt man Nonfiction: Um die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Good job, Ms. Tuchmann!

New York Times Artikel hier (Enlgisch)


Congrats EU!

Warum Amerikaner keine Linken sind

In meiner Nachbarschaft in Berlin gibt es einen ganz besonderen Ort.

Immer, wenn ich daran vorbeigehe, werde ich von dem Gefühl überwältigt, plötzlich in das Berlin der 1920er Jahre geraten zu sein. Jeden Moment könnte Rosa Luxemburg und hinter ihr tausend aufgebrachte Arbeiter um die Ecke biegen, und kurz bin ich voll wohliger Bewunderung.

Dabei ist dieser Ort alles andere als alt.

Es handelt sich um ein renoviertes Erdgeschoss, modern und schick mit viel Glas und Stahl und exotischen Pflanzen vor der Tür, ein Vorzeigegebäude des Kapitalismus und der Gentrifizierung. Es ist kein Web-2.0-Start-Up, sondern das Wahlkampfbüro der Linken, und im Fenster hängen Wahlkampfposter mit Parolen wie: "Wir kämpfen für Sie!" und "Der Kampf geht weiter!"


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Warum wir Amis keine kritischen Denker sind!

Während die Deutschen in unseren Fernsehduellen oft nur eine Art Show sehen, haben die debates für uns Amis etwas Pubertäres an sich.

Das kommt daher, dass wir das Debattieren mit der Schulzeit verbinden: Jede High School und jedes College in Amerika hat neben der Footballmannschaft, dem Science Club und dem Schachteam auch einen Debattierklub, wo lauter brave kleine Streber lernen, fix und eloquent vor einem Publikum eine Stegreif-Rede zu halten und eine ihnen in letzter Sekunde auferlegte Position auf Teufel komm raus gegen einen anderen Streber zu verteidigen.


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