Tuesday, November 27, 2012

Warum Occupy und die Tea Party einander mögen sollten

Hiermit nehme ich alles zurück, was ich je im Leben über die Occupy-Bewegung gesagt habe.

Und das war nicht wenig: Pubertär und halbgar habe ich sie genannt, ineffektiv, politisch wie wirtschaftlich naiv, im Vergleich zur Tea Party leider irrelevant, und vieles mehr.

All das bereue ich jetzt, denn seit einigen Wochen hat eine Handvoll Occupy-Anhänger ein Projekt ins Leben gerufen, das ich ernst nehmen kann. Lustigerweise ist es eine Idee, die sogar die Tea Party ernst nehmen kann. Ach was, es ist eine Idee, auf die die Tea Party neidisch sein sollte. ...


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Wednesday, November 21, 2012

Was ist besser? Die amerikanische oder die deutsche Obdachlosigkeit?

Warum gibt es so viel Armut und Obdachlosigkeit in Amerika und so wenig in Deutschland? Diese Frage musste ich mir vergangene Woche stellen, als ich auf meiner Facebook-Seite einen Mini-Shitstorm erleben durfte.

Aus Versehen und, das möchte ich hier ausdrücklich versichern, ohne jede Absicht hatte ich wohl einige Leser beleidigt, indem ich implizierte, dass es auch in Deutschland Obdachlosigkeit gäbe. Das kam so: Einem Berliner Video-Künstler namens Victor Kossakovsky war nicht verborgen geblieben, dass Obdachlose in den warmen, beleuchteten Räumen von Banken schlafen, in denen die Geldautomaten stehen.

Er machte ein Video daraus, legte Volksmusik aus Russland darunter, und die New York Times stellte es ins Netz, wo ich es sah und den Link auf meine Facebook-Seite stellte. (Mir war das In-Banken-Schlafen-Phänomen auch schon seit einigen Jahren aufgefallen, bloß kam ich Blödmann nicht auf die Idee, Kunst daraus zu machen.)


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Wednesday, November 14, 2012

Warum Amerika das fortschrittlichste Land der Welt ist...

Meine Lieblingsparabel aus dem Kanon meiner ehemaligen Kirche, der Mormonen, ist die Geschichte vom Frosch. Kommt man aus irgendeinem Grund auf die glorreiche Idee, einen solchen zubereiten zu wollen, gibt es zwei Möglichkeiten.

Man kann ihn einfach in einen Topf mit kochendem Wasser werfen. Allerdings ist diese Methode nicht empfehlenswert – weil der Frosch merkt, dass es heiß ist, und sofort flüchtet. Setzt man ihn aber in einen Topf mit kaltem Wasser, den man nur langsam erhitzt, springt der Frosch nicht heraus. Weil er nicht merkt, dass das Wasser immer heißer wird. Bald hat man einen leckeren gekochten Frosch.

Die Geschichte zielt natürlich auf die Sünde ab: Fängt man mit einem kleinen Fehltritt an, merkt man gar nicht, dass man bereits auf dem Weg zur Hölle ist. Und hastdunichtgesehen hat der Teufel einen am Schlafittchen.

Ein gutes Beispiel ist Marihuana...


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Friday, November 09, 2012

Wars das mit den Republikanern?

Die Absage an Mitt Romney und Paul Ryan war auch eine Absage an den gesamten radikalen Flügel der Republikaner. Ab jetzt wird die Partei ihre Einstellungen zu Rassismus, Frauen- und Ausländerfeindlichkeit und Gottesgläubigkeit grundsätzlich überdenken müssen. Die Republikaner brauchen eine neue Richtung.

Die große Frage, die sich die Partei nach dieser Niederlage stellt, ist: Haben wir verloren, weil Mitt Romney zu radikal war? Oder weil er nicht radikal genug war? Rein prozentual gerechnet bekamen die Republikaner fast die Hälfte aller Stimmen. Ihre Politik wurde also nicht grundsätzlich abgelehnt, nur von einer Handvoll Wählern. War man aus Sicht dieser Wähler zu weit gegangen, oder nicht weit genug?


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Thursday, November 08, 2012

Mehr Spaltung braucht das Land!

Noch nie hat ein Präsidentschaftskandidat so viel Dreck über seinen Rivalen ausgekippt wie in diesem Wahlkampf. Noch nie ging es so unter die Gürtellinie, noch nie wurde so viel Geld ausgegeben für Werbung voller wilder Übertreibungen, skandalöser Behauptungen und blanker Beleidigungen, noch nie wurde der demokratische Prozess so dreist und primitiv missbraucht wie im Wahlkampf Obama gegen Romney.

Ach Moment mal, was sage ich da? Noch nie war es so schlimm? Verzeihung, ich meinte natürlich, noch wie war es anders in Amerika.

Mein Kommentar auf SWR Kultur von heute morgen als Text und PODCAST (!)...

Tuesday, November 06, 2012

Warum ich Romney liebe... und Obama auch...

Damals war die Welt noch in Ordnung: Der Mittelstand war stark, Frauen konnten noch kochen, Männer Geld verdienen. Familien waren noch intakt, in der Garage stand ein Auto für ihn und eins für sie. Sonntags ging man in die Kirche, gut und böse, schwarz und weiß waren noch sauber getrennt.

Ich rede natürlich von den Fünfzigern. Das nennen wir Amerikaner die Eisenhower-Ära, nach dem deutschstämmigen Präsidenten, der zur Zeit des amerikanischen Wirtschaftswunders amtierte. Das ist die Zeit, für die Mitt Romney steht wie kein anderer.

Er frisiert sich wie eine Figur aus der Fernsehserie Mad Men, seine Frau kann mit Sicherheit kochen, er hat mindestens zwei Wagen in der Garage stehen. Ich weiß aus zuverlässiger Quelle, dass er regelmäßig in die Kirche geht. Und sein Kinn! Haben Sie sein Kinn gesehen? Das nennen wir ein presidential chin. Wäre das echte Leben ein Comic, wäre Romney jetzt schon Präsident. ...

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