Tuesday, December 24, 2013

Mele Kalikimaka!

Weihnachten und Kommerz... finde ich gut!

Es kann einem schon den Magen umdrehen: Vor nur ein paar Jahrzehnten schien Weihnachten noch eine Zeit der Besinnlichkeit, ein Fest der Liebe und der Geburt Jesu Christi. Heute ist Weihnachten der größte, brutalste und verheerendste Kaufrausch der Weltgeschichte.

In Amerika fällt der alljährliche Startschuss an dem sogenannten Schwarzen Freitag Ende November, wenn wildgewordene Kunden die Läden wie gehetzte Tiere stürmen, um einander die besten Schnäppchen aus den Händen zu reißen.

Die Liste der Gewaltexzesse am Schwarzen Freitag aus den vergangenen zehn Jahren ist lang: In Kalifornien wurden neun Menschen von einer jubelnden Menge zertrampelt, als es Rabattcoupons von der Decke regnete. An einem Walmart in New York wurden von der wartenden Menge die Türen aufgebrochen und ein 34-jähriger Angestellte kam unter ihren Füßen zu Tode. In einem Laden in Kalifornien benutzte eine Frau Pfefferspray, um ihre Konkurrenten von den guten Schnäppchen wegzujagen. Die Liste der Kunden, die nach Streitigkeiten in und vor den Läden mit Waffen aufeinander losgehen, wächst von Jahr zu Jahr.

Auch in Deutschland wird das Weihnachtsgeschäft immer lebensgefährlicher. ...

Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, December 18, 2013

Endlich geschafft! Obrigkeit ohne Opposition

Es ist eine beeindruckende Leistung. Mit 80 Prozent der Sitze im Bundestag hat die Große Koalition eine Mehrheit, von der eine normale Partei in einem normalen Land nur träumen kann. Wenn die GroKo Microsoft Windows wäre, würde sich das Bundeskartellamt einschalten.

Wir wollen nicht den großen Vorteil einer allein regierenden GroKo verschweigen: Die "Zweidrittelmehrheit" wird schon dadurch erreicht, indem Frau Merkel und Herr Gabriel zusammen einen Kaffee trinken. Wollten die Zwei eines morgens die Verfassung aushebeln oder Krieg erklären, hat sie/er/es locker die Stimmen dafür, es muss mit der Opposition nicht mal diskutiert werden. Dass niemand höflich fragt, ob eine solche Koalition, die die Zweidrittelmehrheitsregelung faktisch aushebelt, überhaupt verfassungskonform ist, erstaunt mich ehrlich gesagt.

Denn in Deutschland gibt es jetzt gar keine Opposition mehr.

Mehr auf Zeit Online...

Thursday, December 12, 2013

Berlin ist jung und braucht das Geld!

Ich bin Berliner, Wahlberliner sogar, und stolz darauf.

Wir Berliner haben unsere Fehler. Wir haben unsere Vorurteile. Wir haben unsere Selbsttäuschungen. All das gebe ich gern zu. Aber manche Vorurteile, so grausam sie auch klingen, stimmen einfach.

Zum Beispiel die Sache mit den Schwaben. Wir mögen keine Schwaben. Was sie hier machen, wissen wir nicht und wollen es nicht wissen, wir wünschten, sie würden wieder nach Hause gehen. Kann sein, dass das ein Vorurteil ist, aber wir haben unsere Gründe.

Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, December 04, 2013

Hat Gott die Evolution erschaffen?

In Zeiten wie diesen vermisse ich meine alte Heimat Hawaii.

Nicht, weil Weihnachten am Strand einfach schöner ist. Das sowieso. Nein, ich vermisse die Gespräche über Gott und die Welt.

Okay, auch hierzulande gibt es Gespräche genug über Gott und die Welt, vor allem jetzt in der Adventszeit. Aber auf Hawaii hatten sie einen anderen Ton, etwas Schwebendes, Spielerisches, was ich hier nicht finde. Ich glaube, es hatte etwas mit dem friedlichen Zusammenleben von Glauben und Wissenschaft zu tun. Darin war das Leben auf den Inseln einzigartig.

Auf Hawaii ist so gut wie jeder gläubig, wenn nicht gar abergläubisch: Kein Mensch kann nachts am Strand stehen, vor dem unendlichen Meer, unter dem spektakulären Sternenhimmel und sich dabei dem Gedanken verschließen, dass es irgendwo da draußen mehr gibt als nur das, was man sieht.

Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, November 27, 2013

Scientology! Und die Frage: Kann man in Deutschland Kirche und Staat trennen?

Ich war schockiert, als ich letzte Woche erfuhr, dass der Bundesverfassungsschutz nach 15 Jahren die Beobachtung von Scientology beenden will.

"Wie?" dachte ich mir. "Scientology wird noch beobachtet?"

Wir leben also in einem Land, in dem eine kleine Kirche als staatsgefährdend eingestuft wird. Und das offenbar ohne jeden Beweis. Denn wenn es Beweise gäbe, hätte der Verfassungsschutz sie irgendwann gefunden. So blind kann nicht einmal der Verfassungsschutz sein.

Stellen Sie sich vor, Sie werden eineinhalb Jahrzehnte lang wegen Mordes an Ihrer Ehefrau beschattet, obwohl sie eindeutig noch lebt. Das ist keine Untersuchung, das ist etwas anderes.

Mehr auf Zeit Online..

Wednesday, November 20, 2013

Leben wir in einer zweiten Weimarer Republik?

Wenn junge Amerikaner auf große Reise in die alte Welt aufbrechen, passiert es nicht selten, dass Grandpa sie beiseitenimmt und eine Warnung ausspricht: "Trag deinen Pass immer bei dir, und sobald es knallt, steig sofort wieder ins Flugzeug."

Selbst wenn der Enkel mit den Augen rollt: "Aber Grandpa, das ist ewig her, heute ist alles anders", weiß der Alte noch: "Genau das hat man auch 1933 gesagt."

Nachdem die Amis gleich in zwei europäische Kriege hintereinander eingreifen mussten, obwohl das Wohl Europas nun wirklich nicht unsere Verantwortung ist, sitzt die Lektion bei uns tief: Diese seltsame Region ist grundsätzlich labil und kann jederzeit ohne Vorwarnung wieder in den totalen Krieg verfallen. Ich habe damals auch mit den Augen gerollt, aber seit einigen Monaten muss ich wieder an Grandpas Worte denken. ...

Mehr auf Zeit Online...

Friday, November 15, 2013

Amerika - Bully-Opfer oder Bully-Boss?

Den Roman "Ender’s Game" las ich, als ich ein kleiner Junge war. Und zwar ein schmächtiger, Brille tragender Junge. Er traf wie die Faust aufs Auge: "Ender's Game" handelt nämlich vom "Bullying" – also wenn schmächtige, Brille tragende Jungs von großen, bulligen Jungs immer wieder malträtiert werden.

Wie mir ging es wohl sehr vielen amerikanischen Kindern, denn das Buch war ein Riesenhit. Kein Wunder, denn im Roman wird der Junge Ender Wiggen vom Bullyopfer zum Boss über die Bullys – und dann noch viel mehr, vielleicht zu viel mehr.

Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, November 06, 2013

Würde Deutschland überhaupt ohne die USA existieren?

Immer, wenn ich von meiner Heimat Amerika enttäuscht bin – wenn mein Präsident nicht das macht, was ich gern hätte oder meine Landsleute sich wieder mal als verbohrter erweisen, als mir lieb ist –, dann muss ich nur eine deutsche Zeitung aufschlagen, und schon erkenne ich: Ohne Amerika läuft hier gar nichts.

Letztens zum Beispiel, als herauskam, dass die NSA sich die Unverschämtheit leistete, Frau Merkels Handy abzuhören, war mir das echt peinlich. Es war eine Unverschämtheit. Ich wollte mich abwechselnd vor meinen deutschen Freunden verkriechen und um Entschuldigung bitten. Doch tief im Herzen wusste ich: Es dauert nur wenige Tage, bis die Deutschen meinem Leid ein Ende setzen werden.

Und so kam es auch. Vergangene Woche ließ sich der ewige Oppositionelle Christian Ströbele stolz wie Bolle neben dem amerikanischen Whistleblower Edward Snowden in Russland ablichten. Damit zeigte der grüne Politiker der ganzen Welt, wie radikal Anti-Establishment-mäßig er nach all den Jahren noch immer drauf ist. Sich neben einen flüchtigen Ami hinzustellen – der Mann hat Nerven aus Stahl!

Mehr auf Zeit Online...

Tuesday, October 29, 2013

Wir sind keine Freunde

Tja, Deutschland, da wunderst du dich!

Dein Verfassungsschutz unternimmt jahrelang nichts gegen die Typen, die später zwei Flugzeuge ins World Trade Center fliegen; du sagst mutig Nein zum Krieg im Irak, votierst immer wieder gegen die Interessen der USA und bist dazu Amerikas größter wirtschaftlicher Konkurrent in der westlichen Welt…

…und fällst trotzdem aus allen Wolken, wenn Amerika dich nicht wie einen "Freund" behandelt, wie Angela Merkel das so elegant formulierte, als sie feststellte, dass sie genauso abgehört wird wie andere auch.

Wenn ich Deutscher wäre, würde ich glatt den alten Spruch herausholen: Wer "A" sagt, muss auch "B" sagen.

Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, October 16, 2013

Was wollen die Republikaner wirklich?

Stellen Sie sich vor, Bundeskanzlerin Merkel würde Deutschland dasselbe antun, was sie mit Griechenland gemacht hat: Das ganze Land unter enormen Schmerzen zum radikalen Sparen zwingen.

Zu Hause würde sie damit nicht durchkommen. Die Wähler würden sie aus dem Amt werfen. In Griechenland kann sie aus keinem Amt geschmissen werden.

Was Merkel in Griechenland tut, versuchen in diesen Tagen die Republikaner im eigenen Land zu tun: die USA zum radikalen Sparen zu zwingen. ...

Mehr auf Zeit Online...

Monday, October 07, 2013

Das Ende des amerikanischen Jahrhunderts wird in Europa entschieden

Wir leben in apokalyptischen Zeiten. Hollywood produziert einen Zombie-Film nach dem anderen. Keine Woche geht vorbei, ohne dass die Welt von Aliens, Monstern und Robotern heimgesucht wird oder durch Viren, Krieg und Terrorismus ihr Ende findet. In Europa bevorzugt man ein anderes Ende, etwas leiser, aber ebenso dramatisch: Es wird auf den baldigen Zusammenbruch des kapitalistischen Systems gewettet, auch die Demokratie scheint für viele ausgedient zu haben. Eines der wichtigsten Zeichen für das nahende Ende ist der Abtritt der USA als Weltmacht.

Denn Amerika ist nicht mehr das, was es einmal war. Durch den Irakkrieg, Guantánamo und den NSA-Skandal hat es seine einstige moralische Autorität eingebüsst. Das Land, das einst für Vielfalt und Freiheit stand, steht jetzt für Waffenwahn, Rassismus, Polizeistaat und Paranoia.

Mehr in der NZZ...

Tuesday, October 01, 2013

Warum der Shutdown gut ist...

Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal, als ich einen government shutdown erlebte. Es war 1976, und ich fragte meinen Vater, was das denn eigentlich bedeutet: "Shutdown? Die ganze Regierung macht zu? Das Weiße Haus dicht? Die Polizei geht nach Hause? Herrscht hier gleich Anarchie?"

Ich war gerade in einer Science-Fiction-Phase und stellte mir vor, wie ich in zerrissenen Klamotten, mit Baseballschläger und Heugabel in der Hand mit meinen Kumpels durch die brennenden Straßen zog und mir mit den anderen Endzeit-Schlachten lieferte.

Mein Vater lachte, hieß mich in der bunten, aufregenden Welt der amerikanischen Politik willkommen und erklärte, was ein Shutdown ist..

Mehr auf Zeit Online...

Thursday, September 26, 2013

Ws ist besser? Das Zweiparteien- oder das Koalitonssystem?

Die Deutschen wählen aber komisch. Wenn ein Amerikaner wählt, will er, dass seine Partei gewinnt, deswegen wählt er ja auch die Partei, die er will. Und siehe da: Nach der Wahl wissen mindestens 51 Prozent der Amerikaner, dass ihre Partei auch gewonnen hat. Das ist simple Mathematik.

Wenn ein Deutscher wählt, kalkuliert er mit gehobener Wahrscheinlichkeitsrechnung: "Ich will, dass die SPD gewinnt, also wähle ich die Grünen, damit sie koalieren können", und am Ende kommt genau das dabei raus, was niemand wollte: eine Große Koalition, zum Beispiel.


Mehr auf Zeit Online...

Tuesday, September 17, 2013

Was man im Wahlkampf NICHT sagt...

Noch nie im Leben habe ich so einen beeindruckenden Wahlkampf gesehen wie diesen. Die brutale Effizienz, mit der die Deutschen jedes wichtige Thema konsequent verbannt haben, damit der Wahlkampf bloß nicht durch eine Prise Relevanz beschmutzt wird, ist atemberaubend. Das Ausland dagegen blickt seit einem halben Jahr gespannt auf die Bundestagswahl am kommenden Sonntag, weil man endlich wissen will: Was wird aus Europa?

An diesem Land wird es liegen, ob Europa fällt oder sich wieder aufrichtet. Doch Deutschland weigert sich beharrlich, sich zu dieser Verantwortung zu bekennen, geschweige denn sich dazu zu äußern. Im Normalfall berichtet die ausländische Presse nicht besonders viel über Deutschland, aber seit der Euro-Krise wimmelt es nur so vor ratlosen Deutschland-Analysen.

Mehr auf Zeit Online...

Friday, September 13, 2013

Doch doch Herr Putin, wir Amis sind anders...

Sehr geehrter Herr Präsident Putin!

Vielen Dank für Ihren Brief, den ich in der New York Times lesen durfte. Nicht oft bekommen wir Amerikaner Briefe von politischen Führern Ihres Rangs; viele Menschen auf der Welt beschimpfen und belehren uns hinter unserem Rücken, aber die wenigsten schreiben uns direkt an. Ich habe mich sehr gefreut.

Dass Sie uns in Ihrem Brief vor einem Krieg in Syrien gewarnt haben, ist ebenfalls sehr umsichtig von Ihnen. Na gut, Sie wissen ja, dass die meisten Amerikaner ohnehin gegen einen Krieg sind, und zwar aus den Gründen, die Sie erwähnen. Trotzdem, man kann vor Krieg im Allgemeinen nicht genug warnen. Ich selbst habe mehrere Poplieder in meiner Playlist, die mich von Zeit zu Zeit mahnen.

Nur eines hat mich ein wenig irritiert und ich schreibe Ihnen heute, um Sie auf einen klitzekleinen Denkfehler aufmerksam zu machen.

Mehr auf Zeit Online...

Monday, September 02, 2013

Raab schlägt das Qualitätsfernsehen

In dem Moment, als Stefan Raab im gestrigen Fernsehduell Merkel/Steinbrück das Wort "Wahl-O-Mat" in den Mund nahm, wusste ich, dass sich seit Tutti Frutti im deutschen Fernsehen endlich wieder mal etwas getan hatte.

Viele Menschen in Deutschland würden nicht mit mir übereinstimmen: Sie sehen seit der Geburt des Privatfernsehens eher einen kontinuierlichen Rückgang des seriösen Qualitätsfernsehens. Heute gebe es auf allen Kanälen nur noch Verblödung, die Politik zu einer inhaltsleeren Show macht.

Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, August 28, 2013

Warum niemand Deutschland ernst nimmt...

Nichts ist so vorhersehbar wie die Deutschen, wenn sie von Angesicht zu Angesicht mit einer echten internationalen Krise konfrontiert werden. Beispiel: Der Bürgerkrieg in Syrien oder der Militärputsch in Ägypten. Vor zwei Wochen noch empörte sich jeder über das Blutvergießen, Chaos und menschliche Leid und es hieß: "Wieso tut keiner was? Warum zögert Obama?"

Und das ohne jede Ironie wohlgemerkt. Einerseits reden alle davon, dass Amerika keine Supermacht mehr ist und seine Rolle als Führer der westlichen Welt verloren hat. Dann bricht irgendwo ein Krieg aus und es heißt nicht: "Warum unternimmt China nichts?", sondern: "Wie kann Amerika das zulassen?"

Das ändert sich aber schlagartig, falls Amerika wirklich etwas unternimmt. Im Falle Syriens erwägt es in diesen Tagen tatsächlich, etwas zu tun. Zwar redet niemand in Amerika von einer Beteiligung am Bürgerkrieg in irgendeiner Form (obwohl das hierzulande so dargestellt wird), sondern ausschließlich von einem begrenzten Luftschlag, um Syrien zu zeigen, dass wir seinen vermuteten Einsatz von Giftgas nicht gutheißen.

Mehr auf Zeit Online...

Thursday, August 22, 2013

Dürfen Indianer saufen? Dürfen Amis koksen?

Ist es richtig oder falsch, Indianern Alkohol zu verkaufen? Nicht wenige Menschen würden diese Frage mit "falsch" beantworten. In den Indianer-Reservaten der USA ist Alkohol bekanntlich eine Plage, und deshalb haben viele Reservate den Konsum und Verkauf von Alkohol verboten. Dieses Verbot bevormundet zwar erwachsene Menschen, aber wir finden es trotzdem gut – und sogar politisch korrekt – um die Indianer zu schützen.

Ganz anders, wenn es um die Legalisierung bestimmter Drogen wie Marihuana geht: Das gilt inzwischen als fortschrittlich, aufgeklärt.

Die politische Korrektheit misst also mit zweierlei Maß: Drogen für Weiße gut, Alkohol für Indianer schlecht. ...

Mehr auf Zeit Online...

Friday, August 02, 2013

Woran ich wirklich glaube!

Selbst meine Freunde fragen mich manchmal, ob ich den ganzen Stuss wirklich glaube, den ich in meinen Büchern und hier in meiner Kolumne von mir gebe. Es gibt nur eine Antwort auf eine solch beleidigende Frage: Aber ja! Denn es ist nicht nur mein Job, die Leser zu provozieren, auf abwegige Gedanken zu bringen und eine alternative Sicht auf die Dinge zu bieten, es ist mir eine Freude.

Dennoch habe ich Verständnis dafür, dass es für andere nicht immer leicht zu erkennen ist, woran ich wirklich glaube. Daher möchte ich es einmal – ausnahmsweise – aussprechen: Ich glaube, dass wir heute in der besten Welt leben, die es je in der Geschichte der Menschheit gegeben hat. Und nicht nur das: Ich glaube, es wird sogar noch besser werden. Kein Witz.

Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, July 24, 2013

Spionieren? Ihr wolltes doch auch!

Nun ist es offiziell: Deutschland wird nichts gegen die Spionage-Aktivitäten der amerikanischen NSA unternehmen. Die deutschen Nachrichtendienste werden wie gehabt mit den Daten der Amerikaner arbeiten, als habe es die ganze Aufregung der vergangenen Monate nie gegeben.

Woher ich das weiß? Gab es etwa schon einen geheimen Beschluss im Bundestag, von dem nur ich (Amerikaner! Direkter Draht zur NSA!) erfahren habe? Oder ein Volksbegehren, das verlangte, der BND solle weiterhin NSA-Daten nutzen? Wie komme ich darauf, dass das deutsche Volk in der Frage schon entschieden hat, und zwar zu Gunsten der Überwachung?

Mehr auf Zeit Online...

Tuesday, July 02, 2013

Warum die Aufregung in Deutschland zu 90% Bullshit ist...

Eine Weile nahm ich die deutsche Aufregung über “Angriffsziel” ernst, dann las ich den Original-Text im Englischen und stellte fest, dass sie wieder mal auf eine Boulevard-Zeitung – Spiegel Online – reingefallen sind.

Ebenso im Originaltext (hier in The Guardian) ist nicht zu lesen, dass Spionage gegen Deutschland auf deutschem Boden, auch nicht gegen Europa auf europäischem Boden, gemacht wurde. Es handelt sich um europäische Einrichtungen in den USA. Ebenso wurde keine Spionage gegen Regierungseinrichtungen in Deutschland gemacht, sondern in Frankreich und Griechenland. Die Artikel wurden mit Absicht so verworren geschrieben, dass alles vermengt wird.

Dazu kommt, dass es eigentlich nichts Neues ist: In diversen Bücher über die BND, sogar in Wikipedia, kann man nachlesen, dass Wirtschaftsspionage zu den Kernaufgaben der BND gehört (Aus Wikipedia: „BND hat ... die Aufgabe, Informationen zu sammeln und auszuwerten ... Diese Informationen ... erstrecken sich auf viele Themenbereiche: Politik, Wirtschaft, Militär, Wissenschaft oder Technik. ... Dies geschieht auf vielen Ebenen, dazu gehört die Telefonüberwachung ebenso wie geheime Bild- und Tonaufzeichnungen oder die Internetüberwachung“).

Das heißt, auch Deutschland betreibt Schnüffelei in Amerika und bei seinen anderen Verbündeten. Das wissen die ganzen Politiker wie Gabriel, die jetzt damit Wahlkampf machen, schon lange. Nur viele Deutsche scheinen so naiv zu sein, dass Politiker punkten können, wenn sie so tun, als ob das ein Skandal wäre.

Und dann wäre das Wort “Angriffsziel” – es ist eine Spiegel’sche Erfindung. Im Original heißt es “target,” ein sachliches Wort, das auf Deutsch so etwas wie “Zielvorgabe” heißt. Von “Angriff” ist nur im Spiegel die Rede, sonst nirgends auf die Welt.

Ich bin immer wieder schockiert, wie wenig die Deutschen in der Lage sind, Boulevard-Zeitungen wie Der Spiegel zu hinterfragen. Auch in der Nordkorea-Mini-Krise letztens hat Spiegel den sinnlosen Begriff erfunden, „den Kriegszustand erklären“, und niemand hat das in Frage gestellt. Ich kann nur davon ausgehen, dass die Deutschen sich einfach aufregen wollen und ihnen ist es egal, was in der Welt um sie herum tatsächlich passiert. Damit machen sie sich politisch manipulierbar und das ist auch der Grund, warum sie in der Welt Deutschland schon lange politisch nicht mehr ernst nimmt.

Tuesday, June 18, 2013


Doch doch, Deutschland liebt dich noch... Mein Willkommensgruss an Obama in Zeit Online... 

Obama hat ein Futon in Berlin ...

Mein Willkommensgruss an Obama heute in Tagesspiegel ... meine Einladung, nach Berlin zu kommen und bei mir auf dem Futon zu schlafen ... Mehr im Tagesspiegel...

Tuesday, June 04, 2013

Geht die ganze Welt unter, wenn Amerika sozial wird?


Mal angenommen, Amerika würde plötzlich die soziale Gerechtigkeit entdecken. Wäre die Welt besser, menschlicher, schöner? Oder ginge sie schnurstracks zugrunde?
Seit Wochen debattiert man in Amerika über diese Frage. Ausgelöst wurde die Diskussion durch eine neue Theorie. Ihr zufolge würde eine großzügige Sozialpolitik europäischen Stils zwar vielen Amerikanern helfen. Der Rest der westlichen Welt würde jedoch unter dem neuen Sozialkurs leiden. Warum? Weil am Ende weniger Bürger ein unternehmerisches Risiko eingehen würden, was wiederum der Weltwirtschaft schadet.

Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, May 22, 2013

Die Vereinigten Staaten von Krautropa


In der vergangenen Woche hat der französische Präsident François Hollande angekündigt, er strebe schon in den kommenden zwei Jahren "eine echte Wirtschaftsregierung" für die Euro-Zone an. Sie soll die Wirtschaftspolitik der Mitgliedstaaten regeln und das Steuerrecht angleichen. Gleichzeitig sollen "die Umrisse einer politischen Union" entstehen.

Eine politische Union? Das kommt für einige vielleicht überraschend, ist aber keine neue Idee. Auch keine französische. Winston Churchill sprach schon 1946 von den "Vereinigten Staaten von Europa", und Helmut Kohl hatte die Idee sicher im Hinterkopf, als er mit den Franzosen die EU und den Euro vorantrieb – damit bildeten sie die Grundlage einer politischen Union. Auch Wolfgang Schäuble sprach davon, als er 2012 dieselbe Forderung stellte wie Hollande in diesen Tagen.

So könnte es jetzt etwas werden ..

Mehr auf Zeit Online...

Thursday, May 09, 2013

Deutschland leidet unter das "Ich-bin-hier-nur-Zuschauer"-Syndrom

In diesen Tagen dreht sich die politische Diskussion in Amerika immer mehr um den Bürgerkrieg in Syrien.

Es gibt ein amerikanisches Phänomen, das ich seit meiner Jugend immer wieder beobachtet habe: Zuerst erscheinen Presseberichte über Greueltaten in irgendeinem Konflikt in irgendeinem fernen Land. Dann wollen die ersten wissen: Warum tut niemand etwas? Und das ist keine scheinheilige Frage. Wir leiden mit und wissen: Amerika ist in der Lage, etwas zu tun – also ist es nur logisch, dass es etwas tun muss.

Als nächstes nimmt die Regierung dazu Stellung. Der Präsident gibt bekannt, dass man sich Sorgen macht. Zum Beispiel, weil möglicherweise Giftgas eingesetzt wurde. Hoppla! Langsam wird’s ernst. Hastig erheben sich die Stimmen der Vernunft: Denkt daran, wie es das letzte Mal ausging, als wir eingegriffen haben. Wir können nicht überall Probleme lösen. ...

Mehr auf Zeit Online...

Tuesday, April 09, 2013

Die ängstliche Supermacht


Ich hatte die Nase voll von der Winselei und den Ausreden und dem peinlichen Gejammer der Deutschen, wenn es um Europa geht.

Europa ist im Begriff, in diesem Jahrhundert zu einem vereinten Staat – zur grössten und mächtigsten Supermacht der Welt – zusammenzuwachsen, und die Deutschen haben daran schon jetzt eine Führungsrolle und eine enorme Verantwortung, und das wollen sie nicht wahrhaben – aus Angst. Jahrzehnte lang haben sie sich international versteckt – hinter den Alliierten, hinter ihrem früheren Schuld – und haben die Hose voll vor der Vertantwortung, die jetzt auf sie zukommt. Lieber verspielen sie tumb und besserwisserisch die grössste Chance ihrer Geschichte.

In diesem Buch will ich sagen: Deutschland, werd’ erwachsen. Erscheint ab Mitte Mai.

Sind die Deutschen süchtig nach Angst?

Es braucht nur ein falsches Wort, eine falsche Bewegung, und das Pulverfass kann hochgehen. Es muss ein Soldat an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea nur stolpern und dabei sein Gewehr aus Versehen abfeuern, und schon herrscht Krieg. Nicht nur zwischen Nord- und Südkorea, sondern auch zwischen China und den USA. Ein neuer Weltkrieg also, und auf beiden Seiten wird es diesmal nicht lange dauern, bis die Atombomben fallen.

Gefällt Ihnen dieser erste Absatz? Ich bin auch stolz darauf. Ich hatte mir die Aufgabe gestellt, mal ein paar Sätze in der Art zu schreiben, wie eine typische deutsche Zeitung sie schreiben würde. Und ich finde, es ist mir einigermaßen gelungen.

Mehr auf Zeit Online...

Friday, April 05, 2013

Kann Beate Zschäpe Deutschlands Image retten?

Manchmal ist meine amerikanische Verwandtschaft einfach peinlich. Sie stellt die dämlichsten Fragen. Letztens wollte ein Cousin am abendlichen Esstisch wissen: "Gibt es noch Nazis in Deutschland?"

"Lest Ihr denn überhaupt keine Zeitung?", fragte ich zurück. "Natürlich gibt es Nazis in Deutschland. Sie laufen frei durch die Straßen, ermorden Ausländer unter der Nase des Verfassungsschutzes und sitzen sogar in zwei Landtagen. Hallo?"

Der kleine Seitenhieb mit dem Zeitunglesen war vielleicht ein wenig unfair. Die Wahrheit ist: Die Presse im Ausland nimmt die Probleme Deutschlands mit seinen Neonazis nur begrenzt wahr. In der New York Times zum Beispiel gab es anfangs ein oder zwei bescheidene Artikel über den NSU und Beate Zschäpe, und dieses Jahr noch gar nichts. So spannend ist sie für uns einfach nicht. Bisher jedenfalls.

Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, March 27, 2013

Warum Geld eine Illusion ist und wir in der Matrix leben

Sie kennen Bernhard von NotHaus vielleicht in seiner Rolle als Gründer der Church of Free Marijuana in Honolulu, doch sein Lebenswerk bleibt die Schaffung der alternativen Währung "Liberty Dollar", den er 1975 als Konkurrenzwährung zum US-Dollar ins Leben rief.

In Scheinen und Münzen konnte man den Liberty Dollar in ausgewählten Geschäften überall im Lande benutzen, deren Geschäftsführer nach einem persönlichen Gespräch mit Herrn von NotHaus einwilligten, die Währung zu akzeptieren.

Innerhalb von knapp vierzig Jahren gelang es von NotHaus tatsächlich, 60 Million Liberty Dollar in Umlauf zu bringen. Und das nicht nur auf Hawaii, sondern in allen 50 Bundesstaaten. ...

Mehr auf Zeit Online...

Thursday, March 21, 2013

American cannibal!

Schon immer hatte ich davon geträumt, in einer Science-Fiction-Welt zu leben. Nun ist es endlich soweit! Mal sehen, ob Sie als Connaisseur dieses Szenario erkennen:

Irgendwann im vergangenen Jahr schöpfte die Ehefrau eines New Yorker Polizisten den Verdacht, er könne sie betrügen. Wie es wohl viele Ehefrauen tun würden, suchte sie in seinen E-Mails nach Hinweisen. Was sie da las, war mehr als überraschend: Der durch und durch treue Mann hatte nicht einmal vor, sie zu betrügen. Nein, er wollte sie umbringen, ihren Leichnam zerstückeln, die schmackhaftesten Teile im häuslichen Ofen schmoren und diese dann genüsslich verspeisen.

Mehr auf Zeit Online...

Friday, March 08, 2013

Nur Hollywood kann Europa retten!

Als ich in den 1980er Jahren aus Hawaii auswanderte, gab mir mein Vater einen guten Rat: "Trag immer einen gültigen Pass bei dir. Sobald es nur das geringste Zeichen gibt, dass wieder alles zusammenbricht, steig in den nächsten Flieger nach Hause."

Natürlich habe ich ihn nicht ernst genommen. Zusammenbruch? Gar Krieg? Er hatte ja keine Ahnung vom modernen Europa. Im Zweiten Weltkrieg aber hatte er etwas gelernt, was ich damals noch nicht verstanden hatte: Europa ist von seiner Natur her ein höchst instabiles Gebilde, ein Zerfall ist jederzeit möglich.

Chaos und Krieg sind für eine nahe Zukunft nicht in Sicht. Aber Europa bewegt sich in eine gefährliche Richtung:

In Italien sucht das Volk sein Heil in Clowns. In Griechenland und Spanien gehen die Reformen nicht voran, weil man nicht einsieht, dass etwas Grundlegendes geändert werden muss. ...

Mehr auf Zeit Online...

Thursday, February 28, 2013

Amerikaner träumen vom Erfolg, Deutsche vom Untergang...

Wer ein Sachbuch liest, nimmt sich mehrere Tage oder Wochen Zeit für ein Thema. Das ist etwas ganz anderes, als schnell über ein paar Zeitungsartikel zu fliegen oder sich durchs Fernsehprogramm zu zappen. Das tut man nur, wenn es einem wirklich wichtig ist. Ein Blick auf die Sachbuch-Bestsellerliste kann deshalb viel über die Menschen verraten, die in einem Land leben.

Nehmen wir zum Beispiel die Bestsellerliste in der New York Times: Sechs der Top-20-Titel befassen sich mit umstrittenen historischen Präsidenten von Thomas Jefferson (Menschenrechtler, Sklavenhalter, Rassist) bis Calvin Coolidge (der ist nicht mal mir besonders geläufig – trotzdem: Bestsellerliste) oder sind von lebenden Politikern wie Al Gore geschrieben. Weitere vier handeln von Themen, die am Rande politisch sind, etwa von der Tötung Osama bin Ladens.

Amerika denkt über sich selbst als Staat nach. Es fragt sich: Wer sind wir? Stehen wir rechts oder links, sind wir fortschrittlich oder konservativ? Was kann uns unsere Vergangenheit über unsere Zukunft sagen? Das sind Fragen, die zu einer Zeit des Umbruchs passen, und in so einer Zeit leben wir.

Der Eindruck, den die deutsche Bestsellerliste hinterlässt, ist ein ganz anderer.

Mehr auf Zeit Online...

Thursday, February 21, 2013

Wird Europa zu einem US-Bundesstaat, oder wird Amerika zu einem EU-Mitgliedsstaat?

Welche Weltordnung das 21. Jahrhundert prägen wird, ist nach dem Ende des Kalten Krieges offen geblieben. Kurz konnte man glauben, alle Welt werde demokratisch, und das wäre dann das Ende der Geschichte, wie es der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama etwas melodramatisch formulierte. Dann gab es die Theorie einer multipolaren Welt, in der Frankreich zum ersten Mal seit Napoleon wieder ein Pol wäre. Diese witzige Theorie wurde sogar eine Zeit lang ernst genommen – solange Jacques Chirac noch in Hörweite war. Zuletzt kam die Idee auf, die USA sänken in die Bedeutungslosigkeit, und alle Welt würde fortan nur noch chinesisch sprechen. Aber auch daraus wird offenbar nichts.

Heute zeichnet sich ein anderes Bild ab: Ähnlich wie damals im Kalten Krieg bilden sich in der Welt zwei Fronten, diesmal mit China auf der einen und der westlichen Welt auf der anderen Seite. Seit der Antrittsrede von US-Präsident Barack Obama sieht es sogar so aus, als könnten Amerika und die Europäische Union zu einem Ameropa zusammenschmelzen.


Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, February 13, 2013

Können Atomkraft und Genfood die Welt retten?

Im Oktober des vergangenen Jahres lud ein Geschäftsmann aus Kalifornien namens Russ George heimlich 100 Tonnen Eisenpartikel auf ein Schiff, fuhr damit auf See und kippte das Ganze 370 Kilometer vor der Haida-Gwaii-Inselgruppe in den pazifischen Ozean.

Was aussah wie illegale Müllverklappung, war jedoch ein Experiment, um das Algenwachstum zu beschleunigen. Algen absorbieren nämlich Kohlendioxid, eines der Treibhausgase, die für die Erderwärmung verantwortlich gemacht werden. Die Theorie besagt: Gäbe es deutlich mehr Algen im Meer, könnte das den Klimawechsel aufhalten.

Das nennt man Geo-Engineering: den Science-Fiction-artigen Versuch, durch Technologie die Umwelt zu unseren Gunsten zu verändern. Die alten Indianer wollten ja schon mit ihren traditionellen Tänzen den Himmel zum Regnen bringen. Warum also sollten wir Amerikaner nicht probieren, mit Eisenstaub, Schwefeldioxid, Aluminium und photophoretisch schwebenden Nano-Scheiben die Sonnenstrahlen ein bisschen kälter zu machen?


Mehr auf Zeit Online...

Tuesday, February 05, 2013

Kann Anti-Inellectualismus deutsches Fernsehen retten?

Ich war ein wenig besorgt, als ich letzte Woche den Artikel in der New York Times über deutsches Fernsehen sah: Ist die Times überhaupt in der Lage, so etwas Kompliziertes und Differenziertes richtig zu würdigen?

Aber ja! Die Times hat genauso darüber berichtet, wie die deutschen Medien darüber schreiben: Nämlich, mit Häme und Spott. Sie stürzte sich auf Wetten, dass ..? und auf andere Programme wie ein Löwe auf einen nassen Lappen.

Für die Deutschen ist das natürlich alles nichts Neues. Als Journalist habe ich rund 15 Jahre lang für Medienfachzeitschriften über die deutsche Film- und TV-Branche berichten dürfen, und da hatte ich eine Menge mit TV-Machern zu tun, die allesamt die gleiche verzweifelte Klage von sich gaben: "Warum können die Amis das und wir nicht?"


Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, January 30, 2013

Willkommen in Vietnamali!

Ist denn noch keinem aufgefallen, dass Deutschland gerade in einen Krieg verwickelt ist? Ich muss zugeben, ich bin ein wenig verwirrt. Seit zwei Wochen setze ich mich jeden Abend mit einer riesigen Tonne Popcorn vor den Fernseher und warte gespannt. Und? Nichts.

Deutschland ist doch die Weltmacht, in der der Pazifismus am stärksten ist. Aber wo bleiben die Friedensdemos, die dieser Tage überall im Land stattfinden müssten? Wo bleiben die Transparente und Lichterketten? Schalte ich immer zur falschen Zeit ein, oder gibt es sie tatsächlich nicht?

Und was für ein Krieg das ist! Ein reiches westliches Land, Frankreich, marschiert in ein armes islamisches Land ein, das für seine Goldminen bekannt ist: Mali ist der drittgrößte Goldproduzent Afrikas. Es verfügt also in Zeiten der Wirtschaftskrise über die begehrtesten Anlagereserven überhaupt.

Mehr auf Zeit Online...

Tuesday, January 22, 2013

Warum ich ein Patriot bin

Als vor vier Jahren der erste schwarze Mann als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt wurde, war ich wie betäubt. An diesem Abend lief ich mit meiner Freundin durch die Straßen von Berlin, und alle, die sich begegneten, ob schwarz oder weiß, lächelten sich an. Mir schien, es wären die Straßen einer neuen Welt. Wir sprachen nicht, wie üblich, über die aktuellen Filme, die Familie oder das jüngste Fettnäpfchen der FDP, sondern über etwas Größeres: über Demokratie. Was ist das? Wie weit kann sie gehen?

War Barack Obama ein Wunder, oder war er eigentlich nur das, was Demokratie jeden Tag vollbringt, ohne dass wir es merken? Wir unterstellen dem Diktat der Masse meist populistische Ergebnisse – wie also konnte so etwas passieren? Dass ein schwarzer Mann ins Weiße Haus kam, dass die Amerikaner ihn gerade in einer Phase des extremen Konservatismus gewählt hatten – das war wirklich wie ein Wunder. Es war der Beweis, dass es möglich ist, etwas zu bewegen.


Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, January 16, 2013

Wann entschuldigen sind die Europäer für die Sklaverei?

Kaum laufen die beiden Filme Django Unchained und Lincoln in Amerika an, schon gibt es eine Kontroverse. Warum sind nicht mehr Schwarze in Lincoln zu sehen? Warum werden Sklaven in Django nicht durchgehend als Opfer gezeigt? Darf man, selbst wenn es ein "historischer" Film ist, das Wort "Nigger" benutzen? Gehen wir richtig mit unserer Vergangenheit um?

Die öffentliche Debatte über Sklaverei und Rassismus in den USA ist dem Umgang der Deutschen mit der Nazi-Vergangenheit sehr ähnlich: allgegenwärtig und nie richtig abgeschlossen. In Artikeln, historischer Forschung, Museen und unzähligen Filmen, TV-Serien und Dokumentationen werden alle Aspekte immer wieder durchdiskutiert. ...


Mehr auf Zeit Online...

Wednesday, January 09, 2013

Darf man den Irakkrieg mit der Griechenlandkrise vergleichen?

Die Amtseinführung von US-Präsident Barack Obama am 20. Januar rückt näher. Und ab jetzt wird’s interessant. Zwar wird die Feier diesmal deutlich kleiner ausfallen als vor vier Jahren: ein Schwarzer im Weißen Haus, das lockt niemanden mehr hinter dem Ofen hervor. Dennoch wird etwas Denkwürdiges mitschwingen, schließlich ist es die zweite Amtszeit. Und in dieser denkt ein Präsident nicht mehr daran, dass er wiedergewählt werden muss. Er überlegt, was er der Nachwelt hinterlassen will

Ja, Amerikaner tun so was. Ich kann ihn mir genau vorstellen, spät nachts, nach einem anstrengenden Tag, an dem er Mütter trösten musste, weil ein Wahnsinniger mit einem Sturmgewehr ihre Kinder getötet hat, und dennoch Zeit fand, den einen oder anderen Drohnenangriff zu befehlen. Er sitzt am Kamin in einem Ledersessel mit einem guten Bourbon in der Hand und überlegt sich: Wie werde ich in den Geschichtsbüchern dastehen? Was kann ich noch tun, um der Welt meinen Stempel aufzudrücken?

Mehr auf Zeit Online...

Tuesday, January 01, 2013

Frohes Neues, kleine Supermacht!

Mein persönlicher Jahresrückblick ist erschreckend langweilig. Ich gucke auf die Geschichte Amerikas in 2012 und muss zugeben: Es ist nichts passiert.

Gut, da war dieser Hurrikan, der New York City heimgesucht hat. Aber mit Katrina konnte er doch nicht wirklich konkurrieren. Dann der Wahlkampf, in dem Präsident Obama sich gegen einen von der Tea Party unterstützten Mormonen durchsetzen musste. Was da alles gesagt und behauptet wurde, habe ich schon jetzt vergessen. Dann die Fiskalklippe: Zum Jahresende lieferten sich Republikaner und Demokraten einen Kleinkrieg in der Debatte um den US-Haushalt und nahmen dabei das ganze Land als Geisel. Manche nennen das erschreckend, ich nenne das Alltag in Washington.

Da bin ich ein wenig eifersüchtig auf die Deutschen. Hier ist was los. In 100 Jahren werden die Kinder in der Schule über das Jahr 2012 nichts über Sandy, Mitt Romney oder die Haushaltsdebatte erfahren. Dafür wird jedes Schulkind abgefragt werden: "In welchem Jahr wurde den Deutschen bewusst, dass sie eine Supermacht sind, und warum?"

Das Beste seit dem Mauerfall

Ich weiß es! Ich! Ich! Das Jahr war 2012 und das "Warum" war die Griechenland-Krise.

Mehr auf Zeit Online...