Thursday, February 28, 2013

Amerikaner träumen vom Erfolg, Deutsche vom Untergang...

Wer ein Sachbuch liest, nimmt sich mehrere Tage oder Wochen Zeit für ein Thema. Das ist etwas ganz anderes, als schnell über ein paar Zeitungsartikel zu fliegen oder sich durchs Fernsehprogramm zu zappen. Das tut man nur, wenn es einem wirklich wichtig ist. Ein Blick auf die Sachbuch-Bestsellerliste kann deshalb viel über die Menschen verraten, die in einem Land leben.

Nehmen wir zum Beispiel die Bestsellerliste in der New York Times: Sechs der Top-20-Titel befassen sich mit umstrittenen historischen Präsidenten von Thomas Jefferson (Menschenrechtler, Sklavenhalter, Rassist) bis Calvin Coolidge (der ist nicht mal mir besonders geläufig – trotzdem: Bestsellerliste) oder sind von lebenden Politikern wie Al Gore geschrieben. Weitere vier handeln von Themen, die am Rande politisch sind, etwa von der Tötung Osama bin Ladens.

Amerika denkt über sich selbst als Staat nach. Es fragt sich: Wer sind wir? Stehen wir rechts oder links, sind wir fortschrittlich oder konservativ? Was kann uns unsere Vergangenheit über unsere Zukunft sagen? Das sind Fragen, die zu einer Zeit des Umbruchs passen, und in so einer Zeit leben wir.

Der Eindruck, den die deutsche Bestsellerliste hinterlässt, ist ein ganz anderer.

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Thursday, February 21, 2013

Wird Europa zu einem US-Bundesstaat, oder wird Amerika zu einem EU-Mitgliedsstaat?

Welche Weltordnung das 21. Jahrhundert prägen wird, ist nach dem Ende des Kalten Krieges offen geblieben. Kurz konnte man glauben, alle Welt werde demokratisch, und das wäre dann das Ende der Geschichte, wie es der Politikwissenschaftler Francis Fukuyama etwas melodramatisch formulierte. Dann gab es die Theorie einer multipolaren Welt, in der Frankreich zum ersten Mal seit Napoleon wieder ein Pol wäre. Diese witzige Theorie wurde sogar eine Zeit lang ernst genommen – solange Jacques Chirac noch in Hörweite war. Zuletzt kam die Idee auf, die USA sänken in die Bedeutungslosigkeit, und alle Welt würde fortan nur noch chinesisch sprechen. Aber auch daraus wird offenbar nichts.

Heute zeichnet sich ein anderes Bild ab: Ähnlich wie damals im Kalten Krieg bilden sich in der Welt zwei Fronten, diesmal mit China auf der einen und der westlichen Welt auf der anderen Seite. Seit der Antrittsrede von US-Präsident Barack Obama sieht es sogar so aus, als könnten Amerika und die Europäische Union zu einem Ameropa zusammenschmelzen.


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Wednesday, February 13, 2013

Können Atomkraft und Genfood die Welt retten?

Im Oktober des vergangenen Jahres lud ein Geschäftsmann aus Kalifornien namens Russ George heimlich 100 Tonnen Eisenpartikel auf ein Schiff, fuhr damit auf See und kippte das Ganze 370 Kilometer vor der Haida-Gwaii-Inselgruppe in den pazifischen Ozean.

Was aussah wie illegale Müllverklappung, war jedoch ein Experiment, um das Algenwachstum zu beschleunigen. Algen absorbieren nämlich Kohlendioxid, eines der Treibhausgase, die für die Erderwärmung verantwortlich gemacht werden. Die Theorie besagt: Gäbe es deutlich mehr Algen im Meer, könnte das den Klimawechsel aufhalten.

Das nennt man Geo-Engineering: den Science-Fiction-artigen Versuch, durch Technologie die Umwelt zu unseren Gunsten zu verändern. Die alten Indianer wollten ja schon mit ihren traditionellen Tänzen den Himmel zum Regnen bringen. Warum also sollten wir Amerikaner nicht probieren, mit Eisenstaub, Schwefeldioxid, Aluminium und photophoretisch schwebenden Nano-Scheiben die Sonnenstrahlen ein bisschen kälter zu machen?


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Tuesday, February 05, 2013

Kann Anti-Inellectualismus deutsches Fernsehen retten?

Ich war ein wenig besorgt, als ich letzte Woche den Artikel in der New York Times über deutsches Fernsehen sah: Ist die Times überhaupt in der Lage, so etwas Kompliziertes und Differenziertes richtig zu würdigen?

Aber ja! Die Times hat genauso darüber berichtet, wie die deutschen Medien darüber schreiben: Nämlich, mit Häme und Spott. Sie stürzte sich auf Wetten, dass ..? und auf andere Programme wie ein Löwe auf einen nassen Lappen.

Für die Deutschen ist das natürlich alles nichts Neues. Als Journalist habe ich rund 15 Jahre lang für Medienfachzeitschriften über die deutsche Film- und TV-Branche berichten dürfen, und da hatte ich eine Menge mit TV-Machern zu tun, die allesamt die gleiche verzweifelte Klage von sich gaben: "Warum können die Amis das und wir nicht?"


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