Tuesday, April 09, 2013

Die ängstliche Supermacht


Ich hatte die Nase voll von der Winselei und den Ausreden und dem peinlichen Gejammer der Deutschen, wenn es um Europa geht.

Europa ist im Begriff, in diesem Jahrhundert zu einem vereinten Staat – zur grössten und mächtigsten Supermacht der Welt – zusammenzuwachsen, und die Deutschen haben daran schon jetzt eine Führungsrolle und eine enorme Verantwortung, und das wollen sie nicht wahrhaben – aus Angst. Jahrzehnte lang haben sie sich international versteckt – hinter den Alliierten, hinter ihrem früheren Schuld – und haben die Hose voll vor der Vertantwortung, die jetzt auf sie zukommt. Lieber verspielen sie tumb und besserwisserisch die grössste Chance ihrer Geschichte.

In diesem Buch will ich sagen: Deutschland, werd’ erwachsen. Erscheint ab Mitte Mai.

1 comment:

Anonymous said...

Herr Hansen, ich habe Ihr Buch gestern etwas durchgeblättert und werde es mir auch bald kaufen, um es ganz zu lesen.

Erstens möchte ich hier anmerken, daß es immer wieder erfrischend ist, die Meinung von Ausländern, insbesondere von Amerikanern, über Deutschland und Europa zu lesen. Vor allem, weil sie meist nicht so bierernst sind, und ein bißchen Humor würde uns tatsächlich nicht schaden. Leider gibt es außer Ihnen nur noch Heather De Lisle, und um die ist es inzwischen auch ruhig geworden.

Zweitens muß ich aber auch anmerken, daß ein Amerikaner die deutsche Seele nie ganz verstehen wird. Kein Wunder. Die Deutschen tun es ja selbst nicht. Und so kann ich Ihnen sagen, was passieren wird:

Die Deutschen wollen die Vereinigten Staaten von Europa (VSE), aber nicht, weil sie von dem Konzept überzeugt sind, sondern nur aus reinem Selbsthaß. Sie hoffen, mit Europa endlich eine Nation zu bekommen, mit der sie sich uneingeschränkt definieren können, ohne daß dies böse Assoziationen weckt. Wenn man schon nicht mit Schwarz-Rot-Gold "Deutschland über alles" singen darf, kann man wenigstens mit Blau-Gold "Europa über alles" trällern.

Gleichzeitig stehen aber zwei Dinge den VSE im Wege:

1. Der Deutsche ist im Grunde seines Herzens doch ein Deutschnationaler. Er würde es nur nie zugeben. Der Deutsche liebt seine Sprache und seine Kultur und fühlt sich im Grunde allen anderen überlegen. Lichterketten für Toleranz, "Hinterdupfing ist bunt statt braun" und das böhmersche Gesülze von "Migranten sind eine Bereicherung unserer Kultur" ändert nichts daran. Der Deutsche gäbe es nie zu, er denkt es nicht einmal, aber er fühlt es tief in sich. Und deshalb hat er Angst, durch die VSE entgermanisiert zu werden -- und Sie selbst schreiben ja in Ihrem Buch, daß eine Entdeutschtung unvermeidlich wäre.

2. Außer den Deutschen will kein Europäer die VSE. Letztlich wäre es ein ziemlich kleiner Europastaat, der nur aus Deutschland bestünde.

Die VSE werden daher keine Realität. Und die Masseneinwanderung führt aber trotzdem dazu, daß die Deutschen ihre Identität verlieren, denn worin besteht der Unterschied zwischen einem deutschen Staatsbürger türkischer Abstammung und einem französischen Staatsbürger türkischer Abstammung? In gar nichts. Richtig.

Europa wird keine Weltmacht. Europa wird das Afrika des 21. Jahrhunderts. Und das selbstverschuldet. Prost Mahlzeit.