Feudaldemokratie vs. Chaosdemokratie... was ist besser?

Erst eine Fernreise führt einem wieder vor Augen, was man so an Deutschland hat. Letztens kehrte ich nach langer Zeit in mein geliebtes New York zurück, um wieder mal hemmungslos in Sprache und Mentalität meiner Heimat zu schwelgen. Es war herrlich – bis auf die Kleinigkeit, dass ich mich ständig bei dem peinlichen Gedanken erwischte: "So was könnte in Deutschland nicht passieren."

Es gibt einfach Dinge, die kriegen die Deutschen besser hin. Schon bei der Verkehrsanbindung des Flughafens Newark in New Jersey nach Manhattan wurde mir das schmerzhaft klar: Statt eines Schildes, das einen zu Bus und Bahn leitet, buhlen eine Vielzahl an Hotelbussen, privaten Shuttleanbietern, Taxis und Limousinen, Rikschas, Helikoptern, Maultieren und Sherpas um Aufmerksamkeit.

Angesichts dieser Flut an Möglichkeiten, die für den Reisenden auf den ersten Blick nur sinnloses Wirrwarr sind, fühlt er sich allein gelassen und möchte am liebsten gleich wieder umkehren. Das könnte in Deutschland nicht passieren. ...

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Comments

Anonymous said…
Ich habe mal eine Reise nach Ägypten unternommen. Nachdem ich dort ankam bot man mir an meinen Koffer zum Bus zu bringen. Der Mann lief los und ich hinterher. Ohne Polizei wäre ich bestohlen worden.
In Ägypten waren die Menschen alle bettelarm aber auch unglaublich nett.
Selbst in den USA bin ich niemals so netten und freundlichen Menschen begegnet wie in Ägypten.
Haben Sie schon mal versucht Ihren Koffer in New York irgendwo stehen zu lassen? Oder noch besser: Sie laufen durch New York und plötzlich werden Sie ohnmächtig. Sie fallen einfach hin und röcheln nach Luft!
Wer wird Ihnen helfen? Im Ernst! Wer wird Ihnen helfen? Glauben Sie im Ernst irgendwer würde sich um Sie kümmern?
Was passiert wenn ich ich Kairo ohnmächtig werde und nach Luft röchle?
Ich hätte großes Vertrauen darin, dass die Zeitgenossen Anteil nehmen würden.
Worin besteht der Unterschied?
Im Geld!
In Amerika oder in Europa rührt keiner einen Finger wenn man ihm nicht eine Dollarnote vor die Nase hält!
In Europa kannst du auf der Straße verrecken und es interessiert niemanden!
Das ist der Unterschied!
In Ägypten helfen dir die Menschen weil sie es möchten!
In Amerika helfen dir die Menschen weil sie das Geld brauchen!
Mr Grudenko said…
Als Vorlage für die moderne deutsche Demokratie geht die Charakterisierung "feudal" ja schon mal in die richtige zeitliche Richtung. Allerdings käme mir eigentlich sofort die mittelalterliche Stadt in den Sinn: Jeder, der als Bürger anerkannt wurde, ist frei und hat eine Stimme (heutzutage kommt noch "jede" und "Bürgerin" dazu). Mehrere reiche Familien kontrollieren die großen Handelshäuser (heute vor allem der Handel mit Geld und Medieninhalten), während Juristen und Theologen aus allen Schichten die Bürokratie am Laufen halten (heute halt BWL als neue Theologie). Und im täglichen Leben organisieren Gilden die Wirtschaft und das Sozialleben (inkl. Volksfesten, Kleidervorschriften u.ä.), also das, was heute in ähnlich zusammengesetzte Kommunalverwaltungen und Innungen gemacht wird.

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