Sagt doch ehrlich - ihr wollt ihn doch. Den Kalten Krieg meine ich!

Ja, auch ich bin froh, dass der Kalte Krieg wieder da ist.

Ich gebe es ja zu: Als in den letzten paar Jahren meine Heimat USA immer wieder in fremde Länder einmarschiert ist, hatte ich heimlich meine Zweifel: Ist das wirklich nötig? Müssen wir denn wirklich immer die Weltpolizei spielen? Hat uns einer darum gebeten?

Jetzt aber, wo es jedermann klar ist, dass es tatsächlich Schurkenstaaten gibt, und das mitten in Europa, und durchaus mal Bedarf für einen Weltpolizisten da ist, sage ich mir: Gut, dass Amerika nie auf die Luschi-Friede-Freude-Eierkuchen-Pazifismus-Propaganda der Deutschen reingefallen ist.

Viele Amis sehen das genauso. Wollen Sie wissen, wie sich die Politik in Amerika in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln wird? Ich sehe es schon kommen ...

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Comments

Anonymous said…
"Nur so kann ich mir erklären, warum Deutschland so zwiespältig, lahm und, naja, verständnisvoll auf die Invasion eines EU-Nachbarlandes reagiert."

Wie soll so ein Satz nun zusammen passen mit Ihrer Ausgangsthese nach dem die Deutschen gerne den Kalten Krieg wieder hätten?
Wie geht Kalter Krieg zusammen mit Verständnis?
Im Gegenteil verstehen Sie Deutschland nicht!
Deutschland war nie und wird nie ein westeuropäisches Land sein. Deutschland ist ein mitteleuropäisches Land und ist seit dem Mittelalter stark in Osteuropa engagiert. Katharina die Große (eine Deutsche!) hat die Krim für Russland gewonnen. Wie viele Fachleute hat Peter d. Große aus Dtl. nach Russland geholt?
Die Teilung Deutschlands und die sich daraus ableitende Westbindung der BRD war ein "Unfall" der Geschichte. Seit 1990 ist Dtl wieder ein mitteleuropäisches Land.
Wer würde denn davon profitieren, wenn Russland das Gas kappen würde? Da jubeln wohl vor allem die Fracking Unternehmen in den USA. Die deutsche Wirtschaft würde insgesamt großen Schaden leiden!
Die einzigen die wieder einen Kalten Krieg möchten sind die Amis! Denn dann könnt ihr euch wieder suhlen in eurer Rolle als die Guten und die Schönen. Afghanistan und Irak und die unklare Rolle der USA nach dem Kalten Krieg haben eurem Selbstbewusstsein doch weit mehr geschadet als dem Selbstverständnis Deutschlands.
Deutschland ist kein westeuropäisches Land. Deutschland war immer und wird immer ein mitteleuropäisches Land sein.
jo said…
@ anonymus

wenn du tatsächlich dieser Meinung bist möcht jch nicht mit dir in einem Land leben.
Mühsam germanisierte Slawen sollte man nicht mit den Bewohnwern der deutschen Kerngebiete entlang von Rhein & Donau verwechseln.
Anonymous said…
@ jo

So what? Wer redet von "germanisierten Slawen"?
Ich rede von der geographischen Lage Dtls.
DW-TV macht ja bekanntlich Werbung mit dem Slogan "DW-TV - at the heart of Europe".
Das Herz liegt nun mal in der Mitte und nicht östlich oder westlich davon.
Dtl. ist nicht 1945 aus dem Ei gesprungen und eine "Stunde Null" hat es nie gegeben.
Günter Grass beschäftigt sich in all seinen Büchern mit dem Verhältnis zwischen West- und Osteuropa und hat mehrfach den Wunsch geäußert, dass Polen für Dtl. ein ebenso wichtiger Partner werden möchten wie Frankreich.
Imre Kertesz, ungarischer Nobelpreisträger, wäre fast in Auschwitz gestorben, hatte aber nach dem Fall der Mauer eine Wohnung in Budapest und eine in Berlin. Dostojewskij hat durchaus gerne Dtl. besucht. Dtl. wird in seinen Büchern sehr positiv erwähnt.
Ich rede nicht von "germanisierten Slawen" sondern von der Tatsache, dass Dtl. seit Jahrhunderten eine Soft-Power dargestellt hat in Osteuropa. Die Nazis vergessen wir mal. Vor den Nazis war Dtl. in Osteuropa und auch in Russland ein durchaus bewundertes weil (vermeintlich) modernes Land. Es wurde durchaus auch als Zukunftsmodell für Russland selbst gesehen. Weil als Synthese zwischen West und Ost. Wir sollten ja nicht vergessen, dass Deutschland sich vehement gewehrt hat gegen die Modernisierung durch Napoleon. Und Bismarck war auch nicht unbedingt ein "westlicher" Politiker.
Was ich sagen will ist, dass es keinen Sinn macht sich gegen seine geographische Lage zu wehren. Die Türkei liegt im Einflussbereich Europas, der slawischen Welt und der arabischen Welt. Die Türkei hat nur die Wahl daraus das beste zu machen. Sie kann sich nicht für eine Seite entscheiden ohne früher oder später Schaden zu nehmen. Oder betrachten Sie England. Obwohl die Bevölkerung dort massiv wächst und GB einen großen Vorteil durch seine Sprache besitzt, diskutiert man dort ernsthaft über einen EU Austritt. Was will England denn sein? Die Leute dort würden gerne die Segel hissen und als nächster Bundesstaat in die USA aufgenommen werden. Wird nur leider nicht klappen.
Genauso liegt Dtl. in Mitteleuropa. Dtl. besitzt eine Mittlerrolle zwischen Ost und West. Dtl. war in Osteuropa stets ein hochangesehenes Land. Als Sarkozy seine Mittelmeerunion aufmachen wollte, drohte Dtl kurz damit dann eben eine Osteuropaunion anzustreben. Aus der Mittelmeerunion ist bekanntlich nicht viel geworden.
Ein neuer Kalter Krieg ist jedenfalls nicht im Interesse Dtls. Die USA sind seit 1990 ein Riese der hin und her torkelt und nicht weiß was er mit seiner Kraft anfangen soll. Die Falken in Washington sehnen sich vielleicht nach einer neuen Sinnstiftung. Im Interesse Dtls. wäre das aber mit Sicherheit nicht. Putin verhält sich beileibe nicht irrationaler als bspw. George Bush junior.