Wednesday, June 25, 2014

Ende der Kolumne minus 4!

An dieser Stelle möchte ich mich verabschieden. Nicht sofort, aber nach zwei Jahren geht diese Kolumne bald zu Ende. Als außenstehender Beobachter lag es mir in dieser Zeit sehr am Herzen, den Deutschen einiges zu sagen, auf meine subtile Art, durch die Blume gewissermaßen. In der Hoffnung, sie würden auch manchmal auf einen Ami hören.

Falls aber jemand da draußen unaufmerksam war, möchte ich für die letzten vier Folgen meine gewohnte Zurückhaltung kurz ablegen und meine Top vier der Dinge, die ich den Deutschen ans Herz lege, noch einmal erklären.

Teil 1: Deutschland, mach Amerika platt! ...

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Wednesday, June 18, 2014

Ist deutsche Kultur wertlos? Gibt es deutsche Ideen?

Ich mag keine Kultur. Da bin ich ganz Ami. Ich halte das für nichts weiter als ein Statussymbol. Wenn jemand anfängt, von Kultur zu reden, denke ich: "Jetzt soll ich wohl beeindruckt sein, wie der in der Schule aufgepasst hat. Aber eigene Ideen haben – das ist nicht notwendig, solange man Kultur hat."

Ich stehe da übrigens nicht allein. Letztens durfte ich an einer Diskussion in Peking teilnehmen. Mit ihrer "Zukunftsbrücke" bringt die Mercator Stiftung jedes Jahr junge Deutsche und junge Chinesen zum gegenseitigen Kennenlernen zusammen. Manchmal sind eben auch alte Amis dabei.

Bei diesem Treffen kamen wir ziemlich schnell auf Kultur. Mehrere deutsche Teilnehmer waren der Ansicht, wer die Menschen eines Landes verstehen will, der muss deren Kultur verstehen. Ich war da weniger überzeugt. Die Deutschen zum Beispiel konsumieren amerikanische Kultur als ob es kein Morgen gäbe, aber verstehen tun sie uns Amis nach wie vor kein bisschen. ...

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Thursday, June 12, 2014

Liebesgrüße nach Beijing!

Mein lieber Shixue!

Du bist patriotischer Chinese. Ich bin patriotischer Ami. Deshalb wird uns keiner glauben, dass ausgerechnet wir beide letzte Woche in Peking friedlich bei einem guten chinesischen Bier beieinander saßen und das finanzielle Schicksal Europas erörterten. Vielleicht war das auch der Grund, warum wir uns nicht die Schädel eingeschlagen haben: Trotz unserer ideologischen Differenzen verbindet uns eine tiefe Liebe zu Europa.

Europäer und Chinesen haben ja erstaunlich viel gemeinsam. Zum Beispiel: Das erste, was ein Europäer über China lernt, ist, dass die Chinesen glauben, sie seien der Nabel der Welt. Da können wir nur müde lächeln. Sicher, ihr habt das Schießpulver erfunden, aber das ist lange her. Nein, die Europäer wissen, dass das nicht sein kann, da ja ganz klar Europa der Nabel der Welt ist!

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Tuesday, June 10, 2014

Ist Amerika eine Oligarchie?

Oligarchie ist ein böses Wort. So böse, dass wir Amis es höchstens auf Russland anwenden, wo gewissenlose Industriebarone noch gewissenlose Industriebarone sind. Bis vor Kurzem jedenfalls: Irritierenderweise diskutieren seit einiger Zeit seriöse Ökonomen, Politiker und andere Kommentatoren die Frage, ob Amerika heute eine Oligarchie sein könnte.

Es fing an mit einer Studie der Politikwissenschaftler Martin Gilens (Princeton) und Benjamin Page (Northwestern University). Sie vergleicht Meinungsumfragen der vergangenen Jahre mit realer Gesetzgebung und kommt zu dem Ergebnis, dass erlassene Gesetze überproportional oft auf den Willen der wenigen Reichen zugeschnitten sind, seltener auf den Willen der großen Masse des Volkes.

Na gut: Dass die Reichen mehr Einfluss auf die Politik haben als der Typ vor dem Kiosk mit der Pulle Bier in der Hand, wussten wir immer. Aber die Zahlen, die in dieser Studie präsentiert wurden, waren schockierend. So sehr, dass man anfing, von einer Oligarchie zu sprechen, obwohl das Wort in der Studie gar nicht auftaucht...

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