3. „Es gibt ‚die Deutschen’ gar nicht.“

Oft wenn einem die Argumente ausgehen, greift man auf das Argument zurück, „die Deutschen“ gäbe es nicht. Natürlich gibt es die. Jeder Zoll- bzw. Grenzbeamte erkennt sie schon von weitem. Jeder weiß auch, was gemeint ist, wenn ein Autor „die Deutschen“ oder gar „die Amerikaner“ etc. schreibt: Man meint „die meisten Deutschen“ oder „sehr viele Deutsche“ oder „typisch deutsch“ oder gar „ich will Sie einfach nur herausfordern, über sich selbst nachzudenken.“ Das ist ein literarisch und rhetorisch beliebtes Stilmittel.

Interessanterweise höre ich das Argument, „es gibt ‚die Deutschen’ nicht “ vor allem ... von Deutschen. Freunde aus anderen Ländern behaupten das nie. Die Deutschen aber sagen ständig, dass es die Deutschen gar nicht gibt. Ich würde sogar behaupten, das ist typisch deutsch: die Deutschen, dass sind die, die ständig nach Möglichkeiten suchen, bloß nicht in eine Schublade mit anderen Deutschen geworfen zu werden. Dabei landen sie allein dadurch in ebendieser Schublade.

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