KÖNNEN DIE WAHLMÄNNER TRUMP STOPPEN?





Montag findet die eigentliche US-Wahl statt: Die Wahlmänner bzw. Electors werden ihre Stimmen abgeben. In den letzten Wochen war die Rede davon, dass einige republikanische Electors ihre Stimme an Hillary oder gar nicht abgeben werden. Sie werden "nach ihrem Gewissen" wählen und sie können ihren Gewissen mit Trump nicht vereinbaren.
Die US-Verfassung steckt voller Sicherheiten, um zu vermeiden, dass ein "Tyrann" ins Weisse Haus kommt, und das Wahlmänner-System gehört dazu: sie dürfen laut Verfassung tatsächlich ihre Stimme anders abgeben, als der Ausgang der Wahl in ihren Bundesstaaten es eigentlich verlangt. Manche Bundesstaaten haben Gesetze, wonach sogenannte "faithless electors" (untreue Wahlmänner) bestraft werden, aber diese Gesetze wurden nicht angewandt und die Strafe wäre ohnehin nicht hoch.
Allerdings sind die Wahlmänner meist prominente Mitglieder ihrer Parteien, es gibt in der Regel kein Grund, warum sie gegen ihre eigene Partei stimmen sollten.
In der Vergangenheit haben rund 180 Electors in 22 Wahlen ihre Stimmen anders abgegeben als vorgesehen (rund 70 davon, weil der Kandidat inzwischen gestorben war). In keinem Fall hat das den Ausgang der Wahl beeinflusst (nur in einem Fall im 19. Jht., als man noch separat den Vizepräsident wählte, wurde die Wahl eines anti-Sklaverei-VPs dadurch verhindert - die Entscheidung ging dann in den Kongress, wo er dann doch als VP eingesetzt wurde.)
Kann es den Wahlmännern gelingen, auf dieser Art eine Trump-Präsidentschaft zu verhindern?
Einige sagen, dass bis zu 20 republikanische Wahlmänner vorhaben, "untreu" zu werden – allerdings hat Trump einen Vorsprung von rund 60 Wahlmänner, es müssten also etwa 40 Wahlmänner "faithless" werden - das ist sehr viel.
Man muss bedenken, auch wenn viele Reps anfangs gesagt hatten, sie würden nie Trump wählen (und es ist laut Verfassung ihre legitime Aufgabe, zu beurteilen, ob der Kandidat tatsächlich fur das Amt geeignet ist), handelt es sich in der Regel um treue Parteianhänger, und die Stimme anders abzugeben, als die Wähler es wollen, ist mehr als eine "Gewissensfrage", es ist auch ein Verrat an das demokratische System - die Menschen von Texas haben Trump gewählt, wenn ein republikanischer Wahlmann seine Stimme Hilary gibt, verrät er den demokratischen Willen seines Volkes (des Volkes von Texas) und damit die amerikanische Demokratie insgesamt. Da wird jeder sich zweimal überlegen, bevor er das tut.

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